Rote Zahlen trotz Mehreinnahmen
25.04.2008 | 20:51 Uhr 2008-04-25T20:51:26+0200Kamen. (wol) Die positive Nachricht: Um rund 2 Millionen hat die Stadt seit 2005 von Jahr zu Jahr ihr wirtschaftliches Jahresergebnis verbessert. Die negative Meldung dazu: Es bleiben auch für 2007 am Ende noch mehr als 8 Millionen Miese.
Eine positive Entwicklung bei den Einnahmen und eine kontinuierliche Verbesserung des Ergebnisses der laufenden Verwaltungstätigkeit hat trotz der fortbestehenden roten Zahlen die verbesserte Finanzdarstellung ermöglicht, so Kämmerer Jochen Baudrexl. Negativ schlägt dagegen weiter das Finanzergebnis zu Buche, in dem sich Zinsausgaben der Stadt widerspiegeln. Die wachsende Verschuldung zum Ausgleich des Haushaltsdefizits und steigende Zinssätze belasten hier die Stadtkasse. Während diese Kassenkredite 2008 auf mehr als 35 Millionen Euro steigen, klettert der Umfang von Investitionsdarlehen nur mäßig. Parallel reduziert sich das Eigenkapital der Stadt drastisch weiter. 13 Millionen Euro Abschreibungen pro Jahr knabbern hier kräftig an der Bilanz.
Die Prognosen der Stadt gingen insgesamt in allen Punkten fast exakt auf. Auch für 2008 sieht der Kämmerer diesen Trend bestätigt: Die Annahme von ohnehin schon hohen Gewerbesteuereinnahmen werde nach jetzigem Stand im laufenden Jahr noch überboten.
Weniger positiv gestaltet sich die Ausgabeseite. Ein erheblicher Anteil der Einnahmesteigerungen werde sofort wieder aufgefressen, unter anderem durch den Anstieg der Umlageabführungen an den
Haushaltssicherung wird vermieden
Kreis. Das Jahresergebis für 2008 werde den positiven Trend der Vorjahre auch nur deshalb nicht fortsetzen, weil die Stadt 2008 5,1 Millionen Euro Ausgaben für die Übernahme von Altdefiziten des Kreises schultern muss.
Dennoch wird die Stadt für 2008 das Ziel, Haushaltssicherung und Notstandshaushalt zu vermeiden, wohl erreichen können. Dank der Rückzahlung zu viel geleisteter Solidaritätsbeiträge an das Land verringert sich die allgemeine Rücklage voraussichtlich nur um 3,99 Prozent, deutlich unter der Haushaltssicherungsgrenze von 5 Prozent.
Der dem Rat jetzt präsentierte Haushaltsabschluss für 2007 übertraf diese Grenze mit 5,11 Prozent. Das aber bleibt nach den Regelungen des neuen kommunalen Finanzmanagements als einmaliger "Ausrutscher" ohne Auswirkungen.
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