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Reggae und Feuer trotzen Regen beim Brunnenfest

29.08.2010 | 18:39 Uhr
Reggae und Feuer trotzen Regen beim Brunnenfest

Kamen.14 Grad und Nieselregen: Das Brunnenfest startete nicht mit den besten Voraussetzungen. Trotzdem feierten etwa 2000 Besucher mit den Bands und Feuerkünstlern.

Irgendwie müssen es die Veranstalter des Brunnenfestes geahnt haben, dass diesmal das Wetter nicht unbedingt optimale Rahmenbedingungen für die traditionelle Wiedersehensparty am letzten Freitag der Sommerferien schaffen wird: Bittere 14 Grad und teilweise Nieselregen hatten den Alten Markt fest im Griff.

Hier hauptsächlich auf Musik aus der Karibik zu setzen war goldrichtig. Bereits im Vorfeld marschierten die „Sunshine Coconuts“ durch die Kamener Innenstadt und vertrieben mit ihren Steeldrums die dicksten Wolken. Die vier Jungs aus Dortmund entlocken seit über 30 Jahren Metallfässern köstliche Calypsoklänge und begeistern damit eine wachsende Fangemeinde.

Tanz wärmte Fans
vor der Bühne

Um ganz sicher zu gehen, betraten zunächst die Band „Dog Tops Band“ die Bühne. Sie boten nicht nur einen Streifzug durch die Hitparaden der letzten Jahrzehnte, sondern pflegen mit viele Liebe die Musik aus Irland. Bekanntlich ist diese Insel nicht nur grün, sondern auch oft sehr nass.

Die letzten Zweifel darüber, dass die zurzeit herrschende Jahreszeit eigentlich Sommer heißen sollte, fegten die „Reggaelites“ hinweg. Die siebenköpfige Combo um die Sängerin Yvonne Morrison und ihre beiden Gesangskollegen Ed Dred und Emanuel Owusu hatten die geschätzten 2000 Besucher des Brunnenfestes mit einer Altersspannbreite von 7 bis über 70 Jahren schnell im Griff.

Vor zehn Jahren, als sie die Nachbarstadt durch ihr Gastspiel auf dem Nordberg mit dem Reggae-Virus infizierte, wirkte die Band noch wie der Gralshüter des Erbes von Bob Marley in Deutschland. Auf dem Alten Markt entpuppte sie sich am Freitag als exzellente Partyband, die nur eins im Sinn hat: gute Stimmung zu verbreiten.

Die Klassiker aus Jamaika wie „Could It Be Loved“ von Marley oder „Reggae Nights“ von Jimmy Cliff kamen mit einem fetzigen Sound daher, der zuweilen mit Rap-Einlagen aufgepeppt wurde. Dazu haben sie die Hits von Künstlern ins Repertoire genommen, die eigentlich mit dem urwüchsigen Reggae nur wenige Berührungspunkte haben wie „I Feel Lonely“ des Westfalen Sascha oder „The Tide Is High“ von Blondie.

Tanzen wärmt

Es wurde am Freitagabend viel getanzt, was auch etwas wärmte, und viel mitgesungen. Die Stimmung auf dem Alten Markt war überaus locker und lässig. Das bewirkt eben der Reggae, eine Musik, die seit ihren Anfangstagen auf Jamaika ein klingendes Plädoyer gegen Gewalt und für ein friedliches Miteinander ist.

Zwischendurch wurde es für eine Viertelstunde sogar richtig heiß. Die Gruppe „Evil Flames“ aus Dortmund demonstrierte auf einem extra abgesperrten Bereich am Brunnen, wie sich Feuer eindrucksvoll ins Szene setzen lässt. Untermalt von stimmungsvoller mittelalterlich anmutenden Musik wurde Feuer „geschluckt“, mit Fackeln jongliert und brennende Seile herumgeschleudert. Leider konnten dieses beeindruckende Schauspiel nur diejenigen voll genießen, die direkt an den Absperrungen standen.

Heino Baues

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Kommentare
02.09.2010
22:18
Reggae und Feuer trotzen Regen beim Brunnenfest
von peter kaiser | #1

Brunnenfest - Eine Sause auf Kosten der Steuerzahler?

Ich bin schon erstaunt, wie sehr sie das Brunnenfest in ihrem Artikel nach oben hieven.
Für mich war es nichts anderes, als eine primitive Straßenparty mit völlig überzogenen Essens- und Getränkepreisen. Für eine leicht angebrannte Bratwurst musste man beispielsweise dort drei Euro berappen. Gut, dass die örtlichen Pommes- und Grillbuden an jenem Abend länger offen hatten. Von den von Ihnen gezählten 2000 Besuchern konnte ich auf dem Fest nicht viele sehen - waren es doch vielleicht gefühlte 200. Bei dem gebotenen Programm mit Blechdosentrommlern, Feuerspuckern und einer unbekannten Band am Abend konnten es auch nicht mehr werden. Daran ist aber nicht nur das Wetter schuld. Immerhin hat es nicht geregnet. Nein - die Musik war grottenschlecht. Die Reggae-Band kam einer Amateurband gleich, die sich auf ihren Auftritt offenbar nicht mals richtig vorbereitet hatte. Es wurden viele bekannte Stücke so schlecht nachgespielt und verrissen, dass sie richtig in den Ohren weh taten. Mal war die Tonlage höher, mal komplett schräg. Die Sängerin sollte, bevor sie bei der nächste Fete wieder sämtliche Töne schräg lallt, vielleicht erst einmal Gesangsunterricht nehmen. Sogar mein Hund singt da viel besser. Da der Alkoholspiegel der Leute dank mitgebrachter Spirituosen aber schnell ein gewisses Niveu erreicht hatte, viel dort die Falschpingelei nicht weiter auf.
Mich würde interessieren, wie viele Miese die Stadthallen GmbH mit diesem Fest eingefahren hat. Aber es macht ja nichts - die „Firma“ ist ja Liebling der Stadtverwaltung - auch wenn sie unter normalen Bedingungen bestimmt schon mindestens so zwei mal Pleite wäre.
17 Jahre 300000 bis 6000000 Euro Verluste.Mit so einer Bilanz bekämme keine andere Firma kredite ,aber hier ist ja der Steuerzahler da. Erstaunlich istauch, dass die Getränke dieser Festivität stets bei einer wohl nicht gerade preiswerten Firma aus Werne (früher Kamen) geordert werden. Ein recht preiswerter und kompetenter Lieferant aus Hamm (der Geschäftsführer ist Kamener ), auf den seit Jahren viele Kamener Gastronomiebetreiber vertrauen, kommt bei Feten der Stadthallen GmbH stets nicht zum Einsatz. Scheinbar ist Herr Herrmann ja auch nicht zum Sparen verpflichtet und kann mit den Steuergeldern nur so um sich werfen. Erstaunlich, dass nach veredelten Getränken das Geld für gute Musik fehlt. Herr Herrmann sollte sich da mal ein Beispiel an die Ferienende-Party der Nachbarstadt Bergkamen nehmen. Hier wurde dem Publikum wenigstens eine professionelle Showband geboten, wenn auch hier die Getränkepreise überteuert waren. Aber wozu gibt es eigentlich Rucksäcke? Auch die Bühnentechnik des Brunnenfestes ist recht abenteuerlich geraten, seit sie nicht mehr von einem namhaften Profi-Anbieter am Bahnhof aus Kamen geliefert wird. Uralte Kabel-Mikros, scheppernde Lautsprecher und blendende Scheinwerfer sorgen seitdem für das Flair. Na für die Reggae-Amateurband hat es immerhin gereicht.
Immerhin gibt es etwas positives zu berichten. Wurde noch in den Vorjahren oft bis in die Puppen gefeiert, so war in diesem Jahr bereits um 0.10 Schluss. Ob Ärger von den verständlicher Weise genervten Anwohnern droht?

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