Rechtsradikale Parolen an Jugendcafe gesprüht
16.04.2009 | 15:32 Uhr 2009-04-16T15:32:00+0200
Kamen. Drei junge Neonazis sind in der Nacht zum Donnerstag erwischt worden, nachdem sie Hakenkreuze und weitere Beweise ihrer verfassungsfeindlichen Gesinnung auf die Wand des Jugendkulturcafes an der Kamener Poststraße gesprüht haben.
Was die Täter nicht ahnten: Als sie sich am späten Mittwoch Abend an dem Gebäude – in dem am kommenden Wochenende ein Konzert gegen Rechts geplant ist – zu schaffen machten, war noch jemand im Gebäude. Michele Wegmann und Yasemin Demir spielten innen Gitarre, als sie verdächtige Geräusche hörten. Die beiden mutigen jungen Menschen sahen nach und konnten sich gerade noch das Kennzeichen des Autos notieren, mit dem die Täter das Weite suchten. Der Hinweis an die Polizei reichte aber, um die drei Übeltäter wenig später dingfest machen zu können. Bei den Jugendlichen handelt es sich um einen 17-Jährigen und einen 19-Jährigen aus Bönen sowie einen 20-Jährigen aus Fröndenberg. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet.
Die Staatsschutz-Abteilung beim Dortmunder Polizeipräsidenten geht nach einer Auskunft von Donnerstag trotz zuletzt mehrfach in Unna und Holzwickede verübter ähnlicher Straftaten noch davon aus, dass es im Kreis Unna keine eigenständige „Kameradschaft” rechtsradikaler Krimineller gibt. Allerdings fand sich neben den Hakenkreuzen auch eine Art Bekenner-Schriftzug „NW Unna”.
Brief mit Schmähparolen
Zudem ist im Kamener Rathaus inzwischen ein Brief eingegangen, der ausdrücklich mit Schmähparolen auf das geplante Konzert am Samstag Bezug nimmt. Das Konzert wird übrigens organisiert von der S.A.U. (Schwarze Antifa Unna) mit Unterstützung der Stadt Kamen. Aufgrund von vermehrten rechten Farbschmierereien an Unnaer Schulen, Angriffen auf Parteibüros oder auch der Schändung eines jüdischen Friedhofs solle mit dem Konzert, so die Organisatoren, ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt werden.
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