Rapper fühlt sich fremd im eigenen Land
08.02.2012 | 14:23 Uhr 2012-02-08T14:23:00+0100
Kamen.Fremd im eigenen Land fühlt sich der Kamener Rapper Sinnhat beinahe täglich. Und weil seine Musik aus dem besteht, was er jeden Tag erfährt, soll auch die erste Single aus seiner geplanten CD „2012“ so heißen, wie er sich fühlt: „Fremd im eigenen Land“.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar, steht im Grundgesetz. Aber meine Würde wird so oft angegriffen“, beschwert sich Sinnhat. Ob unterwegs auf der Straße, in der Diskothek oder am Bahnhof, ständig werde er diskriminiert, „nur wegen meiner Hautfarbe“, sagt der 23-Jährige. Dabei ist Sinnhat, der mit bürgerlichem Namen Emrah Tepe heißt, in Kamen geboren und aufgewachsen. „Wie soll sich ein Mensch integrieren, wenn er von vornherein weiß, dass er abgelehnt wird“, kritisiert der Rapper den Umgang, den er in seiner Heimat erlebt.
Erst vor kurzem musste er wieder eine Abweisung verkraften. Der Türsteher einer Hammer Diskothek wollte den Kamener nicht hereinlassen – aus rassistischen Gründen, wie Sinnhat vermutet und sich darüber auch schriftlich bei der Diskothek beschwerte. Dort wurde dieser Vorwurf strikt abgewiesen. „Unsere Mitarbeiter des Sicherheitspersonals waren lediglich der Ansicht, dass Sie nicht unserer Zielgruppe entsprechen. Sie konnten somit sicher davon ausgehen, dass auch Sie an diesem Abend nicht die erhoffte Freude an unserem Etablissement gehabt hätten“, heißt es im Antwortschreiben an den 23-Jährigen, der darüber nur mit dem Kopf schütteln kann.
3D-Video geplant
Klare Worte will Sinnhat für seine Diskriminierungserlebnisse natürlich in seinen neuen Songs finden. Daran bastelt er bereits in seinem Studio. Im Sommer soll sein neues Werk erscheinen. Auch ein aufwändiges 3D-Video sei geplant – „mit einem Weltuntergangs-szenario“, verrät Sinnhat schon jetzt.
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