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Gymnasium entzerrt...

Praktikantenflut wegen Doppeljahrgangs

18.03.2010 | 15:14 Uhr
Praktikantenflut wegen Doppeljahrgangs

Kamen. Gestrafft, gebündelt, gekürzt – im nächsten Jahr steht auch dem Kamener Gymnasium die Einführung des „Turbo-Abis” bevor. Erste Auswirkungen des Abschlusses nach zwölf Jahren machen sich aber schon in diesem Frühjahr bemerkbar.

In dieser Zeit müssen sich die Schüler der elften Jahrgangsstufe einen Praktikumsplatz für Januar 2011 sichern.

Durch die Verkürzung der Schulzeit prallen im kommenden Jahr aber gleich zwei Jahrgänge bei der Suche nach einem Platz aufeinander. Auf die Betriebe kommt also eine Flut von Praktikanten zu. Damit kein Bewerber leer ausgeht, hat die Schulleitung jetzt Vorkehrungen getroffen: „Wir haben die Praktikumszeiten entzerrt”, erklärt Beratungslehrer Markus Kolberg. „Die eine Jahrgangsstufe wird in der Zeit vom 31. Januar bis zum 11. Februar in den Betrieben sein, die andere Stufe in den beiden darauf folgenden Wochen”. So will die Schulleitung die Praktikums-Betriebe entlasten und die Chancen der Bewerber verbessern. „Eine kluge Maßnahme”, findet Markus Böse,

Qualitätsmanager des Hellmig-Krankenhauses, „wir können ja unsere Praktikums-Plätze nicht einfach verdoppeln”.

Das Krankenhaus ist beliebt unter den Bewerbern, acht bist zehn Schüler schnuppern jährlich in den Klinik-Alltag rein. Sie helfen auf der Bettenstation, verteilen die Mahlzeiten oder kümmern sich um die Patienten. Trotz der lehrreichen Eindrücke seien Praktikanten aber auch immer eine Mehrbelastung für das Personal, so der Qualitätsmanager. Deshalb gebe es feste Grenzen, wie viele Schüler angenommen werden. „Neben den Bewerbern vom Gymnasium kommen auch noch Schüler von Real-, Gesamt-, und Hauptschulen hinzu”, hält Markus Böse fest. „Die Anzahl der Bewerber soll sich nicht negativ auf die Aufgaben in einem Praktikumsbetrieb auswirken”, begründet Markus Kolberg die Entscheidung der Schulleitung. Das Klischee des Praktikanten, der außer Kaffee kochen und Kopieren in seinem Betrieb nicht viel zu tun hat, soll nicht zur Regel werden.

Die Schüler sollen einen authentischen Einblick die Berufswelt erhalten. Das sei der Schulleitung wichtig, formuliert der Beratungslehrer, denn: „Qualität geht vor Quantität!”

Maximiliane Rüggeberg

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