Posten für mehr Realität im Film
08.09.2011 | 17:32 Uhr 2011-09-08T17:32:32+0200
Kamen.,,Ich bin echt total gespannt, was die Fachjury zu meinem Film sagt“, äußert Oliver Wojcik, Regisseur seines ersten Kurzfilmes mit dem Namen ,,Friendship 2.0“.
Der Film des 25-Jährigen wird unter 34 anderen am 22. September auf dem Filmwettbewerb ,,FATPIGtures“ unter der Schirmherrschaft von Peter Torwarth im Filmcenter Unna gezeigt. Der Wettbewerb findet zum zweiten Mal für junge Filmemacher - und macherinnen im Alter von 16 - 25 Jahren aus ganz Deutschland statt. Oliver hat seinen Kurzfilm in erster Linie für den Abschluss seiner Ausbildung als Mediengestalter Bild und Ton gedreht.
Als er jedoch mitbekam wie Kollegen eifrig an einem Kurzfilm für den Wettbewerb arbeiteten, entschloss er sich, seinen doch einzureichen. Außerdem war es altersbedingt die letzte Möglichkeit für ihn, bei dem Filmwettbewerb mitzumachen.
Seine Idee zu Friendship 2.0 kam ihm an einem Nachmittag im Garten, als seine Freundin wieder einmal genervt war von seinem ,,iPhone-Handy-Getippe“.
Es wurden weitere Überlegungen angestellt und die grobe Idee bis zum fertigen Konzept weiterentwickelt.
Back to the roots
,,Meiner Meinung nach verbringen die Jugendlichen und wahrscheinlich auch ich selbst heutzutage viel zu viel Zeit vor dem PC mit Chatten und Posten, anstatt einfach mal bei ihren Freunden vorbeizugehen, so wie früher auch.“
In seinem vierminütigen Film geht es um zwei Freunde, Jonas und Tim, die sich nur über Facebook schreiben, sich auf diesem Weg zum Fußball oder Quatschen verabreden und deren ganzes Leben sich sozusagen bei Facebook abspielt, sogar immer noch, als etwas Schreckliches, Unvorhersehbares passiert.
,,Beim Dreh hat alles super geklappt und das Wetter hat auch mitgespielt“, erklärt er. Der Schnitt des Films hat allerdings mehrere Wochen gedauert, da es anfangs viel zu viel Material für vier Minuten gab und es sehr schwierig zu kürzen war.
,,Es steckt so viel Arbeit und Herz in diesem Projekt, so dass ich in ein paar Monaten bestimmt noch einmal einen Directorscut machen werde, in dem die restlichen Szenen zu sehen sind.
Dann würde der Film so ca. 12 Minuten gehen und noch viel cooler sein als die kurze Version“, ist sich Oliver sicher.
Gefakte Facebookprofile für 4 Minuten Film
Für diese fiktionale Geschichte musste er nicht nur gefakte E-Mail-Adressen für die ebenfalls gefakten Facebook-Profile für Jonas und Tim erstellen, sondern auch noch Freunden und Bekannten Bescheid sagen, die durch Pinnwandeinträge die Profile reeller machen sollten.
,,Das war echt ziemlich lustig“, schmunzelt der Kamener. ,,Ich bin echt zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich auf die Preisverleihung, jedoch geht es mir nicht unbedingt um einen Preis“, grinst er.
In Zukunft will er nicht nur in seinem Beruf, sondern auch in seiner Freizeit weiterdrehen, vielleicht sogar mit einem etwas größerem Team.
Wir von der Jugendredaktion werden die Bewertung seines Films und allgemein das ganze Filmfestival mit Spannung verfolgen und anschließend natürlich berichten, welchen Platz Oliver dann gemacht hat.
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