Politik ist gar nicht dröge
22.03.2009 | 16:20 Uhr 2009-03-22T16:20:00+0100
Kamen. Und es gibt sie doch – junge Menschen, die sich parteipolitisch engagieren. Am Wochenende kamen die Jusos aus NRW in der Kamener Stadthalle zur Landeskonferenz zusammen, um sich für die anstehenden Wahlkämpfe im Superwahljahr zu rüsten.
Dass die Jungsozialen ausgerechnet in Kamen zusammentrafen, kommt vielleicht nicht von ungefähr, sind die Kamener Jusos doch eine „starke und engagierte Gruppe”, freut sich Oliver Kaczmarek, der lange Jahre Juso-Vorsitzender in Kamen war und nun als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks für den Bundestag kandidiert. Allen Studien zum Trotz, die Jugendlichen einen Ruck nach Rechts bescheinigen, kann die Kamener Jusoschaft gerade durch ihren aktiven Kampf gegen Rechts sogar noch Zuwächse verzeichnen, vor allem durch wirklich junge Leute.
Vor 20 Jahren war
das ganz anders
Das war 1988 noch ganz anders, als sich Kaczmarek als 18-Jähriger entschied, den Jusos beizutreten. „Dort traf ich vor allem Leute um die 30 an”, erinnert er sich heute. „Die Jusos sind jünger geworden”, was auch ein oberflächlicher Blick in die Stadthalle zeigt – die Mehrheit der Teilnehmer befindet sich in den Zwanzigern.
Jugendliche für Politik zu interessieren, das steht bei den Kamener Jusos ganz oben auf dem Programm. „Das wollen wir vor allem mit Sachthemen machen”, so Stadtverbandsvorsitzender Henning Tillmann. Darüber fand nämlich auch er in die Partei. Schon während der Schulzeit engagierte er sich gegen Rechtsradikalismus und entschloss sich, sein Engagement parteipolitisch auszuweiten. „Wenn man etwas ändern will, dann muss man in die Politik eintreten und mitmachen,” lautet die Devise des heute 34-Jährigen.
Das versuchen er und seine Parteigenossen auch anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu vermitteln. Bei von den Jusos initiierten Konzerten oder dem beliebten Nachtvolleyball-Turnier machen die Jungpolitiker ihre Altersgenossen auf ihre Themen
Themen machen
Politik interessant
aufmerksam, die neben dem Kampf gegen Rechts auch Jugendarbeitslosigkeit, die Stärkung der Gesamtschulen oder Lohngerechtigkeit umfassen. Junge Themen also, mit denen schon einige Mitglieder gewonnen werden konnten – auch solche, „die vorher gar nicht so politisch waren”, betont Tillmann.
„Politik ist nicht dröge”, auch wenn das Image ein anderes ist, wie Tillmann in seinen Anfängen oftmals zu spüren bekam. Während seine Schulfreunde sich zum Fußball verabredeten, ging er zum Schulausschuss. „Da wurde man schon mal belächelt.” Aber wenn man etwas ändern will, dann muss man sich engagieren. Dass das vor allem Spaß macht, darüber sind sich Tillmann und Kaczmarek gleichermaßen einig.
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