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Silberne Nadel für Oskar...

Perle und PC setzen Skatclubs zu

12.02.2010 | 18:30 Uhr
Perle und PC setzen Skatclubs zu

Kamen. Wenn junge Leute sich für den Skatverein interessieren, dann mache oft „die Perle” nicht mit, erzählt Oskar Reski. Ihm ist das nicht passiert. Nach fast 30 Jahren als Vorsitzender seines Clubs darf der 68-Jährige jetzt die silberne Ehrennadel des Deutschen Skatverbandes tragen.

Der Ehrenvorsitzende des Skatclubs Herz Dame, Oskar Reski, bekam die Silberne Ehrennadel des DSKV verliehen. (Foto: Dietmar Wäsche)

Einiges ist erlaubt, manches gehört sogar fest dazu, aber Verbote gibt es auch, wenn der Club freitags oder dienstags im Kronenstübchen Skat kloppt. Das „Kloppen” zum Beispiel gehört dazu, wenn man dem Gegner das Spiel kaputt macht, auch die Aufforderung „die Hosen runter" zu lassen. Beim Spiel wird über Blätter nicht geredet, danach aber auch mal hart diskutiert. „Wir sind kein Mädchenverein”, sagt Oskar Reski – trotz des Namens. „Herz Dame” heißt der Club, der größte der drei Kamener Skatvereine.

Dabei hat auch diesen Verein der Mitgliederschwund gebeutelt. Elf sind es derzeit, 26 waren es einmal. Dabei ist es nicht nur „die Perle”, die den Liebsten nicht einmal pro Woche der Kneipe überlässt. Der zweite Verantwortliche ist der Computer. „Die spielen lieber Online-Poker”, erzählt Dieter Quante, der „Herz Dame”-Geschäftsführer.

Dabei sind die Debatten nach Spielfehlern gar nicht so hart. „Der Oskar”, sagt Dieter Quante, „der hat immer für Fairness gesorgt”. Da wird keiner runter gemacht, nur weil er dem anderen ein Spiel „versaute”. „Das darf nie persönlich werden”, erzählt Oskar Reski.

Er selbst wurde vom Skatvirus zu Hause erfasst. Die ganze Familie habe Skat gespielt. Das habe dazu gehört wie die ostpreußischen Familienwurzeln, die seine Nichte, die Autorin Petra Reski , mal in einem Buch geschildert hat. Der Zusammenhalt der Skatfreunde habe ihn gereizt und der war ihm auch in 28 Jahren als Club-Vorsitzender und jetzt als Ehrenvorsitzender wichtig.

Das Spiel sei nicht ganz einfach, räumen die alten Skathasen ein. Aber sie geben gerne Tipps. Wer neu dazu kommt, sollte die Regeln kennen. Lernen aber ist erlaubt und natürlich gibt es Schnuppermitgliedschaften. Auch ist der wöchentliche Besuch nicht Pflicht. Eine gewisse Anzahl von Serien aber muss man schon spielen im Jahr – und die Zustimmung der Kollegen finden. Einen „Ausflipper” wolle sie nicht in den eigenen Reihen, einen der sich nicht mehr einkriegt, wenn es mal nicht so richtig läuft.

Der Reiz des Spieles liege in der Vielfalt. Spielt man nun einen Grand oder ein Solo. Reizt man das Blatt aus oder hält man sich zurück? „Es ist immer wieder eine Risikoabwägung”, erzählt Oskar Reski. Er tut das so erfolgreich, dass es ihn schon bis zum Teamwettbewerb um die deutsche Meisterschaft geführt hast.

Um viel Geld geht es nicht. „Herz Dame” spielt nach Verbandsregeln ohne teures Contra. „10 Euro ist das absolute Maximum, bei den Verlusten”, sagt Oskar Reski. Und die landen in der Vereinskasse. Oskar Reskis Tipp: „Einfach mal vorbeikommen!”

K.-P. Wolter

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