Paul Vahle bekommt eine Straße
07.12.2011 | 17:07 Uhr 2011-12-07T17:07:00+0100
Kamen.Angefangen hat alles mit der Elektrifizierung bei Hoesch. Mitarbeiter Paul Vahle sann 1912 darüber nach, wie man Strom zu sich bewegenden Aggregaten liefern könnte. Entstanden ist daraus das Kamener Vorzeigeunternehmen und sein Gründer bekommt jetzt eine „eigene“ Straße.
Der Rat gab jetzt grünes Licht für die Umbenennung des Grenzweges im Gewerbegebiet an der Westicker Straße in „Paul-Vahle-Straße“. Eigentlich sind Stadt und Politik zurückhaltend mit solchen Umbenennungen, weil sie Anwohnern Kosten und Aufwand bringen. Hier aber gibt es kaum Anwohner außerhalb von Vahle. Und denen will das Unternehmen Kosten erstatten.
Feierlich enthüllt wird der neue Name vermutlich im Folgejahr. Dann feiert Vahle am 18. Mai seinen 100. Geburtstag. Aus dem Familienbetrieb, den Paul Vahle, der „Erfinder der Stromschiene“, im Jahr 1912 gegründet hat, ist die weltweit bekannte Vahle-Gruppe gewachsen. Sie umfasst 550 Mitarbeiter, 13 deutsche Vertriebsbüros, 13 internationale Tochtergesellschaften und Vertretungen in 52 Ländern. Der Umsatz betrug 2008 über 100 Millionen Euro.
In vielen spektakulären technischen Einrichtungen steckt dank Vahle Technik made in Kamen, vom Centre Pompidou in Paris über den Moskauer Fernsehturm bis zur chinesischen Transrapid-Variante.
Vahle sei einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, begründet die Verwaltung die Zustimmung. Anerkennung und Verbundenheit mit diesem Unternehmen sollen durch die Umbenennung dokumentiert werden.
Da fast alle Anwohnergrundstücke dem Unternehmen oder seinen Inhabern gehören, bleibt der Kreis betroffener begrenzt. Hausnummern sollen sich nicht ändern. Für eine Umstellungsphase von einigen Monaten bis zum Beispiel Navigationsgeräte die Änderung weitgehend verarbeitet haben, soll der alte Name durchgestrichen erkennbar bleiben. Für Vahle-Besucher werde ohnehin das Auffinden leichter, ist die Stadtverwaltung überzeugt.
Bei Vahle freut man sich über die Zustimmung. Feiern und endgültig vollziehen aber will man die Taufe zum Jubiläum im kommenden Jahr.
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