„Null Toleranz“ in der Schule und am Bahnhof
07.04.2011 | 16:25 Uhr 2011-04-07T16:25:00+0200
Kamen. Das Rauchverbot erregte die Gemüter und ließ Gaststättenbetreiber in der Vergangenheit kreativ werden, um es zu umgehen. Doch wie sieht es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens aus: im Krankenhaus, auf dem Bahnsteig, auf Schulhöfen. Auch dort gilt Rauchverbot, nur: Wird es auch eingehalten? Wir haben uns umgesehen und nachgefragt.
Erster Halt: Bahnhof. Im Gleisbett liegen sie, die Überreste genüsslicher Quarzerei. Doch während sich an den Schienen unzählige Zigaretten-Stummel ansammeln, sind die Bahnsteige offensichtlich rauchfreie Zone. Das bestätigen auch die Fahrgäste, wie Renate Wienke: „Das habe ich anderswo schon schlimmer erlebt. In Kamen wird das Rauchverbot gut eingehalten.“ Maik Schick, selbst Raucher, ist zum ersten Mal am Kamener Bahnhof. Er hätte kein Verständnis für paffende Zuggäste: „Jeder müsste mittlerweile wissen, dass man auf Bahnhöfen nicht mehr rauchen darf.“ Tatsächlich gebe es keinerlei Probleme mit verständnislosen Rauchern, sagt ein Bahnsprecher. Trotz nur kleiner Hinweisschilder.
Nächster Halt: Schulhof. Eine „Null-Toleranz-Zone“ sei das Schulgelände, heißt es offiziell. Sowohl für Lehrer als auch für Schüler. „Früher gab es bei uns für die Oberstufen-Schüler draußen einen Raucherbereich mit Aschenbecher. Doch die Zeiten sind vorbei“, berichtet Dr. Klaus Hoffmann, Schulleiter der Gesamtschule Kamen. Selbst Nichtraucher-Räume für das Lehrer-Kollegium sind abgeschafft worden. Gleiches berichtet auch Georg Gahlen, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums: „Gesetz ist Gesetz.“ Wer rauchen will – und älter ist als 16 Jahre – muss dafür das Schulgelände verlassen. Frei nach dem Motto: Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. Das gilt übrigens auch für die Besucher der Konzertaula. Geraucht werden darf nur abseits des Schulgeländes.
Letzter Halt: Krankenhaus. Hier wird Hygiene ohnehin groß geschrieben. Rauchen? Also, bitte! Natürlich gilt auch hier Rauchverbot. „Das wird eingehalten“, sagt Heinz-Georg Wessels, Prokurist des Hellmig-Krankenhauses, „unseren Mitarbeitern steht im hinteren Hofbereich ein Rauchbereich mit Bänken zur Verfügung. Und der wird rege genutzt.“
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