Nokia-Boykott zeigt in Kamen Wirkung
01.02.2008 | 20:30 Uhr 2008-02-01T20:30:14+0100Kamen. (habi) Der Konflikt um die drohende Standortaufgabe von Nokia in Bochum sorgt auch bei den Kamener Bürgern für Empörung.
So protestieren nicht nur die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der DGB-Ortsverband Kamen gegen eine Schließung, die sie ebenfalls als unmoralisch und unmenschlich empfinden. "Hiermit wird die Würde jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedes einzelnen Mitarbeiters mit Füßen getreten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind keine Maschinen - für uns steht der Mensch im Mittelpunkt", erklärt der KAB-Vereinsvorsitzende Wilhelm Schmücker.
Dies unterstützt Hans-Jürgen Zimmer, Vorsitzender des DGB-Ortsverbands Kamen: "Wenn man das soeben veröffentlichte Jahresergebnis 2007 zur Kenntnis nimmt, so werden in Bochum ohne wirtschaftliche Not Tausende von Arbeitsplätzen einfach fallen gelassen". Die Bekanntgabe der Entscheidung habe in Kamen und der ganzen Umgebung viele Menschen schockiert, da man ein solches Verhalten gerade von einem bislang als renommiert geltenden Unternehmen wie Nokia nicht erwartet habe. "Dies entspräche einer Mitnahmementalität der schlimmsten Art", so Hans-Jürgen Zimmer.
Genau das spiegelt sich nun auch in bekannten Handyverkaufsstellen in Kamens Innenstadt, wie "T-Mobile", "The Phone House" oder "Insider Handystore" wider. "Einige Kunden sind wirklich verärgert", meint Muhsin Bozkort. Trotzdem würden Kunden noch immer Nokia-Handys kaufen. Das bestätigen auch Verkäufer aus anderen Läden. "Die Mehrheit unserer Kunden kauft keine Nokia-Handys mehr", erklärt Dennis Tieck. Außerdem wären in verschiedenen Läden die Verkaufs- aber auch Einkaufspreise niedriger geworden, was jedoch nicht die einzigen Veränderungen sind. "Bei uns hat sich die Garantie auf einige Handys verändert. Früher wurden die Handys sofort umgetauscht, wenn etwas nicht in Ordnung war. Heute werden sie lediglich repariert", meint Sebahattin Calik abschließend.
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