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Mutter unter Kaufzwang

02.03.2010 | 17:45 Uhr

Kamen. Sie kann es einfach nicht lassen. Die bunte Glitzerwelt des Internets wurde einer 35-jährigen Kamenerin zum Verhängnis. Paket um Paket bestellte die sechsfache Mutter bei Internetversandhäusern, ohne jedoch jemals zu bezahlen.

Selbst zwei Verurteilungen wegen Betrugs hielten die Kamenerin nicht davon ab, weiter zu bestellen. Gestern stand sie erneut vor Gericht.

„Ich weiß ja, dass ich eigentlich nichts mehr bestellen darf”, gab die 35-Jährige zerknirscht zu.

1700 Euro Schaden

Und dennoch war sie wieder schwach geworden. Zwischen dem 5. Dezember 2007 und dem 12. Februar 2009 hatte die Frau 13 Mal bei verschiedenen Internetversandhäusern bestellt. Hauptsächlich orderte sie Kinderkleidung und Arzneimittel, aber auch Blumen, Heftpflaster und ein Plasmafernseher fanden sich unter den diversen Bestellungen. Die Rechnungen bezahlte sie nie. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 1 700 Euro.

Dass das nicht gutgehen kann, das hätte die Kamenerin eigentlich wissen müssen. Schon zwei Mal war sie wegen ebensolcher Betrügereien zu Freiheitsstrafen mit Bewährung verurteilt worden. Zum ersten Mal wurde sie 2006 schuldig gesprochen, ein zweites Urteil folgte im Dezember vergangenen Jahres. Gestern gab die Kamenerin den 13-fachen Betrug unumwunden zu. „Es war wie ein Kaufzwang”, beschrieb sie ihren erneuten Rückfall.

Therapie begonnen

Neben den Geständnis wertete die Kammer auch die Therapiebereitschaft der Frau positiv.

Seit Anfang dieses Monats befindet sie sich in psychologischer Behandlung. Nach langer Beratung entschied sich das Gericht dazu, der Kamenerin noch einmal eine Bewährungschance zu geben. „Das ist keine Selbstverständlichkeit”, mahnte Richter Jörg Hüchtmann. Zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung, lautete das Urteil. Die begonnene Psychotherapie muss die 35-Jährige fortsetzen.

Sarah Wiggermann

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