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Kabarett

„Migrantenpop“ als Lachnummer

17.05.2011 | 17:40 Uhr
„Migrantenpop“ als Lachnummer
Kabarett Migrantenpop mit Murat Kayi und Fräulein Nina in der Stadtbücherei.

Kamen.Der Aufzug ausgefallen, die Künstler stecken im Stau und das alles auch noch an einem Freitag, dem 13. Fast schon überraschend schien es angesichts dieser schlechten Vorzeichen, dass die Kabarettisten Fräulein Nina und Murat Kayi ihr Programm in der Bücherei pünktlich um 20 Uhr beginnen konnten. Das war auch gut so, denn immerhin hatten die beiden einiges zu erzählen: Sie, Viertelitalienerin aus Dortmund, er, der „evangelische Türke“, der bei deutschen Pflegeeltern aufwuchs. Aus einer solchen Vergangenheit entstehen Geschichten und so ist „Migrantenpop“ genau das: Eine Reise in die oft komische Vergangenheit der beiden auf der Suche nach Heimat und Herkunft. So erzählt Fräulein Nina zum Beispiel von ihrer italienischen Oma, die regelmäßig von reinstem Ruhrpott-Deutsch in elegantes Italienisch und zurück fällt. Schön auch die Episode, in der sie versucht, die einzelnen Verwandtschafts-Konstellationen in ihrer Familie zu beschreiben. Angereichert wird das Programm durch Murat Kayi, der sich zunächst intensiv mit der Sprache des „Assischen“ auseinandersetzt. Seiner Meinung nach die Lingua Franca der wenig Integrations-Willigen, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie überall, von Bremen bis ins Schwabenland, gleich klingt.

Angereichert wird das Ganze mit Musik, die mal Deutsch, mal Italienisch mit ironischen Texten daher kommt. Zum Beispiel haben die Beiden „Die Gedanken sind frei“ in eine „Migranten-Version“ umgedichtet. Um den Abend richtig gelungen zu machen fehlte Fräulein Nina und Murat Kayi leider häufig der Punkt auf dem sprichwörtlichen „i“. Zu wenig echte Lacher gab es und zu oft wirkten die Lieder eher unfreiwillig komisch. Unterhalten haben die beiden mit ihren Geschichten rund um Italien, die Türkei und Deutschland trotzdem, und so konnten alle Anwesenden froh sein, dass die bösen Geister des Unglücks-Freitags nicht mit letzter Konsequenz zugeschlagen haben.

Jonas Milk

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