„Little Fuse“ wird zweimal zur Kasse gebeten
14.09.2010 | 20:58 Uhr 2010-09-14T20:58:00+0200
Wasserkurl/Unna-Massen.In großer Sorge sind Bürger beidseits der Stadtgrenze angesichts der Giftstofffracht der ehemaligen Zeche Massen in Grund- und Abwasser. Das zeigte eine CDU-Veranstaltung am Dienstagabend.
Nach Lebensgefahr für Mensch und Tier fragten Besucher der Veranstaltung, zu der CDU-Ortsvereine aus Kamen und Unna-Massen eingeladen hatten. Diese Sorge nahmen Jürgen Werner vom Kreis und Michael Nientiedt vom Lippeverband. Handlungsbedarf aber betonten beide.
Nientiedt präsentierte neue Ergebnisse von Belastungsmessungen. Danach werden eingangs des Körnebachklärwerks kokereispezifische Belastungen gemessen, die Zielwerte um das zweieinhalbfache überschreiten. Die Quelle ist eindeutig Unna-Massen, belegen Messungen an elf Punkten der Körne zwischen Dortmund-Scharnhorst und dem Kamener Klärwerk.
Ein weiteres Problem: Die illegale, nie genehmigte Wasserfracht von 350 000 Kubikmetern jährlich sprengt sowohl die geplanten Betriebsmengen des Klärwerks, als auch die des Regenüberlaufbeckens Wasserkurl Ost. Beide arbeiten daher nicht gemäß technischer Vorgaben, so Jürgen Werner. Mehr Wasser als gewollt werde so direkt in die Körne abgeschlagen. Und in den renaturierten Wasserlauf gehöre das belastete Wasser auf keinen Fall, stellt er klar.
Man habe diese Situation erst vor knapp zehn Jahren registriert, so Werner. Nah der Grenze zwischen Kamen und Unna und im Grenzbereich von Zuständigkeiten von Bergbau und öffentlicher Hand sei das Pumpwerk nie aufgefallen, schildert er.
Beseitigung gilt als Mammutaufgabe
Das soll sich ändern. Innerhalb von zwei bis drei Wochen rechnet der Kreis mit einer Stellungnahme des heutigen Pumpwerks-Eigentümers Little Fuse. Bis Monatsende soll außerdem ein Sanierungsgutachten für den Nordteil der Fläche der ehemaligen Massener Zeche vorliegen. Aus einem Klärteich dort stammen die Belastungen. Eine Beseitigung gilt als Mammutaufgabe.
Die Lösung für Kamen soll nach Kreisvorstellungen eine Vorklärung am Massener Pumpwerk schaffen. Das sei technisch möglich und in ein bis zwei Jahren zu realisieren, so Werner – wenn der Eigentümer mitzieht. Das Wasser soll dann in die Körne fließen. Der Lippeverband signalisiert eine Lösung der Frage der Gebühren für das illegale Wasser. Per Kanalbenutzungsgebühr soll künftig Little Fuse zahlen.
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