Lastwagen unterschlagen
20.06.2007 | 08:39 Uhr 2007-06-20T08:39:29+0200Kamen. Wer sich etwas ausborgt, der sollte dies auch pünktlich zurückgeben. Tut er das nicht, landet er vor dem Kadi. So wie Youssef C. (Name geändert), der gestern vor dem Amtsgericht Kamen erscheinen musste - wegen Unterschlagung. Er hatte sich nämlich
"Ich hab' den Termin einfach verschlafen", sagte der 39-Jährige. "Ich wusste doch nicht, dass ich etwas Schlimmes mache, wenn ich den Wagen einfach länger behalte." Ganz so arglos, wie sich der Angeklagte gab, war er allerdings nicht.
Denn es war nicht das erste Mal, dass sich Youssef C. einen Lkw bei der Kamener Filiale einer großen Mietwagen-Firma auslieh. Bis Herbst letzten Jahres führte er zusammen mit seiner Frau ein Transportunternehmen. Die dafür benötigten Fahrzeuge wurden regelmäßig angemietet. "Die haben wir immer pünktlich zurückgegeben", sagt er.
Im angeklagten Fall tat Youssef C. das nicht. Schlimmer noch: Er zahlte nicht einmal die Raten für den vereinbarten Ausleihzeitraum. Mit über 5 000 Euro steht der 39-Jährige bei der Mietwagen-Firma noch in der Kreide. "Dann steht da ja eigentlich schon der Vorwurf des Betrugs im Raum", mahnte Richter Martin Klopsch.
Zumal Youssef C. kein unbeschriebenes Blatt ist. Wegen Steuerhinterziehung hatte ihn das Amtsgericht Hagen bereits zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine Geldstrafe muss er bereits in Raten abstottern, eine weitere könnte er sich kaum leisten. "Ich bin arbeitsunfähig, lebe von Krankengeld und staatlicher Unterstützung", so der Angeklagte. "Ich muss zwei Kinder ernähren, da kann ich nicht noch mehr zahlen."
Das sah das Gericht anders: Richter Martin Klopsch brummte Youssef C. eine weitere Geldstrafe in Höhe von 600 Euro auf.
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