Kunst in der Tüte
06.12.2009 | 17:37 Uhr 2009-12-06T17:37:00+0100
Kamen. Frische Farben empfangen nach wochenlangen Umbauarbeiten die Besucher der Werkschau der Künstlergruppe Schieferturm unter dem Dach der Diesterwegschule. Nur in den Ausstellungsräumen ist der alte Bodenbelag geblieben und mit ihm Farbspritzer aus jahrelangem Schaffen im Gruppenatelier.
Veränderungen präsentiert auch die Gruppe selbst. Ein paar Mitglieder sind fortgezogen aus Kamen, darunter Helga Bartes und Michael Ciolek, Aktivposten der Gruppe über Jahre. Neue Namen tauchen dafür auf, zum Beispiel Karin und Wolfgang Seim, die im neuen Jahr auch erstmals Einzelausstellung in Kamen planen. Neue Ideen gibt es auch: Die Künstlergruppe will die Kamener Local Heroes Woche im Rahmen der Kulturhauptstadt am 10. Oktober eröffnen mit ihrem dritten Kunstsonntag und Kunst an vielen verschiedenen Standorten in der Stadt. Angedacht ist dabei auch in Kooperation mit der Musikschule eine Abendveranstaltung in der Stadthalle, deren Thema der Holocaust sein soll.
Die Schiefertürmer wollen auch an anderer Stelle mittun bei Ruhr.2010. Einige Mitglieder haben sich beworben für das Projekt „Starke Orte”, die allerdings außerhalb Kamens liegen. Und natürlich sind diversse Einzelausstellungen angedacht sowie traditionelle Gruppenworkshops.
Kreativ waren die Gruppenmitglieder auch im abgelaufenen Jahr. Dauergäste unter dem Dach der Diesterwegschule erkennen neue Entwicklungen und Experimente im Schaffen einzelner Künstler aber auch vertraute kreative Handschriften. Gruppensprecherin Petra Eckardt hat sich auf Weibsbilder verlegt, weibliche Körper auf Granitpflaster oder an Lederbändern präsentiert. Karl Rogge ist wieder vertreten, Susanne Janys, Gisela Lieberknecht-Krinke, Diek Taraks oder Reiner Denninghoff, Saskia Holsträter und Rilana Begemann.
Sie haben gemeinsam passend zu Advent und Nikolaus künstlerische Weihnachtstüten gestaltet. Die werden als Wundertüten verkauft und finden starke Nachfrage. So füllt sich die Gruppenkasse wieder ein wenig für die anstehenden neuen Projekte.
Erstmals hat die Gruppe auch externe Gäste zur Teilnahme an ihrer Jahresaustelllung eingeladen. Patrick Bolte ist darunter. Er betreibt ein Schmuckatelier in Methler und zeigt die Verbindung von Kunst und Schmuck.
Schmuck faszinierte
Besucherinnen
Im Alltag seien es oft Reparaturen, Handwerk also, das den Goldschmiedberuf bestimmt. Hier konnte er kreative Entwürfe zeigen, oder Anregungen von Kunden, die er individuell umsetzt. Vor allem die weiblichen Besucher zeigten sich fasziniert.
Zwei weitere Gäste boten ebenfalls die Gelegenheit, eigene Wunschzettel abzuarbeiten. Der Cappenberger Thomas Ohm stellte kreativ gestaltete Lampen aus, die Unnaerin Christiane Windhorst-Berger bot ihre Ketten an. Und natürlich warteten Wein und kleine Stärkungen.
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