Klares Bekenntnis zu Bergbau und Donar
14.12.2008 | 13:54 Uhr 2008-12-14T13:54:00+0100
Kamen. Frauen waren bisher eher selten unter den Festrednern der traditionellen Barbarafeier des Bergwerks Ost. Hannelore Kraft passte doppelt in dieses Bild - optisch im Bergmannskittel und inhaltlich mit einem uneingeschränkten Bekenntnis zum Bergbau allgemein und zum Donarfeld im Besonderen.
Die Kamener Stadthalle hatte sich prächtig herausgeschmückt und beeindruckte mit diesem Bild auch die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag. Weder ein überdimensionales Bergmannslicht noch die Figur der Heiligen Barbara fehlten. In dieser Kulisse begrüßten Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Junge und Bürgermeister Hermann Hupe die Teilnehmer.
Festliche oder gar weihnachtliche Stimmung kam trotz der Klänge des Bergwerksorchester nicht wirklich auf - auch nicht angesichts von 40 Jahren Ruhrkohle AG. Bergwerksdirektor Jürgen Schwarze räumte gemischte Gefühlslagen ein. Er dankte den Bergleuten für ein Engagement in der Region über Jahrzehnte und er dankte seiner eigenen Belegschaft für „unaufgeregte” und motivierte Arbeit in 2008 trotz der Stilllegungsankündigung. Der Bergbau sei bereit für eine Revision von Ausstiegsbeschlüssen und für einen Bergbau auch über 2018 hinaus.
Schwarze stattete dann auch Hannelore Kraft noch vor Beginn ihrer Rede optisch passend aus: Er übergab ihr den traditionellen Bergmannskittel und betonte, diesen hätten sich die Bergleute verdient mit Werten wie Fleiß und Solidarität. Auch der Festrednerin sprach er solche Tugenden zu. Hannelore Kraft reagierte gerührt - aber auch mit den erhofften Botschaften. Sie werde diesen Kittel noch lange tragen, weil es auch Bergbau in NRW noch lange geben werde, so ihr versprechen. Gerade angesichts der in der Finanzkrise erkennbaren Grundhaltungen brauche das Land Traditionen von Bergbau und Bergmannswesen. „Die SPD steht zur heimischen Kohle”, garantierte sie. Der schwarz-gelben Landesregierung dagegen warf sie vor „durch und durch bergbaufeindlich” zu agieren und auch betriebsbedingte Kündigung in Kauf genommen zu haben.
Die Demontage der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund und danach neue Investitionen in die Kokerei auf Prosper habe gezeigt, wie falsch weltwirtschaftliche Entwicklungen oft eingeschätzt würden. In einer Phase, wo Öl und Gas immer knapper würden und China immer größere Anteile seiner Kohle selbst verbrauche, wäre es absurd, die Donar-Planungen aufzugeben.
Längst zeigten Studien, so Kraft weiter, dass Ausstieg aus dem Bergbau mit allen Auswirkungen teurer sei als Subvention. Und wenn man einbeziehe, dass der RAG-Börsengang die Ewigkeitskosten des Bergbaus decke, dann werde Donar nicht nur Tausende Arbeitsplätze schaffen sondern auch eine Kohleförderung, die sehr wohl wirtschaftlich darstellbar sei.
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