Kein Platz für Rechtsextreme
20.03.2010 | 15:57 Uhr 2010-03-20T15:57:00+0100
Kamen. „Neonazis sind von dieser Veranstaltung ausgeschlossen!” Schon für die Verlesung der polizeilichen Auflagen erntete der Sprecher der Kamener Jusos donnernden Applaus. Am Samstag versammelten sich die Kamener Bürger auf dem Marktplatz zu einer Kungebung gegen Rechts und für ihre Stadt.
Es war ein Sonntag an dem die rechte Gewalt in Kamen einzog. Rund 35 bewaffnete Neonazis sprengten am 14. März eine Veranstaltung der Antifa im GAL-Zentrum in der Güldentröge. Als Reaktion auf diesen Übergriff luden die Kamener Jusos am darauffolgenden Samstag um 13.30 Uhr auf dem Marktplatz zu einer Kundgebung gegen rechte Gewalt. Mitgestaltet wurde die Veranstaltung von der Schwarzen Antifa Unna, der Antifa United und dem Bündnis gegen Rechts. Mitgetragen wurde sie aber von den Kamener Bürgerinnen und Bürgern, die zahlreich zu der Veranstaltung erschienen. „Wir wollen ein Zeichen setzen”, so eine Bürgerin.
Unter dem Motto „In Kamen ist kein Platz für braunen Dreck” fand die rund 45-minütige Kundgebung statt. Ein Mitglied der Schwarzen Antifa Unna schilderte noch einmal den Übergriff der rechten Gruppe auf die Veranstaltung im GAL-Zentrum am 14. März, bei dem die Nazis die Teilnehmer mit Steinen und Flaschen attackiert hatten.
Die rechte Gewalt im Kreis hat damit eine neue Dimension erreicht. Maßgeblich beteiligt an Aktion in der Güldentröge war die rechtsradikale Gruppierung „Nationaler Widerstand Unna”. Bisher beschränkte sich die rund 15-25- köpfige Gruppe auf Schmierereien und Störaktionen in der Kreisstadt. Erst am vergangenen Mittwoch wurden zwei Anführer vor dem Unnaer Amtsgericht wegen Sachbeschädigung zur Ableistung von Sozialstunden verurteilt. Sie hatten an verschiedenen Stellen in Unna Parolen wie „Frei, sozial, national”, „Damals wie heute Hitlerleute” und Hakenkreuze an Wände geschmiert.
„Es brennt im Kreis Unna”, sagte der Redner der Schwarzen Antifa Unna und machte auf die Gewaltbereitschaft der Faschisten aufmerksam. Der Sprecher der Kamener Jusos betonte noch einmal, dass Gewalt für die Antifaschisten nicht in Frage komme. Man müsse zwischen Antifaschisten und Chaoten, die linke Veranstaltungen als Bühne für gewalttätige Auseinandersetzungen mit Neonazis missbrauchten, unterscheiden, so der Redner.
Zu Ausschreitungen kam es bei der Veranstaltung am Samstag in Kamen dann auch nicht. Im Gegensatz zum 14. März war die Polizei dieses Mal früh vor Ort. Rund um den Markt und am Bahnhof hatten Beamte von Kreis- und Bundespolizei Stellung bezogen und zeigten Präsenz. Lediglich zwei Störer ließen sich von dem Aufgebot nicht beeindrucken und fotografierten die Teilnehmer der Kundgebung demonstrativ von einer Bushaltestelle am Marktplatz aus.
0mitdiskutieren