Kampf für Kreisel hat sich gelohnt
26.05.2008 | 18:58 Uhr 2008-05-26T18:58:18+0200Kamen. Seit zwei Jahren kämpft die Methleraner Familie Möllmann für eine Entschärfung der Unfallkreuzung Lindenallee und Westicker Straße. Nun sehen sie sich - fast - am Ziel.
Am 8. April 2006 war es. Ein Sohn von Anneliese und Karl-Heinz Möllmann wurde bei einem Unfall auf dieser Kreuzung schwer verletzt, überlebte jedoch. Seitdem gaben die Eltern keine Ruhe - schon der Enkel wegen. Sie drängten Stadt und Kreisverwaltung, fanden dort zum Teil offene Türen, zeigten sich notfalls hartnäckig. Karl-Heinz Möllmann wollte unbedingt den Landrat offiziell sprechen und passte ihn schließlich öffentlich ab. Nun traf man sich, um den Stand der Dinge zu besprechen.
Wie berichtet, soll für rund 200 000 Euro die Kreuzung in einen Kreisverkehr umgebaut werden. Auch die Stadtverwaltung hatte sich für dieses Konzept statt einer zeitweise auf Landesebene favorisierten Ampelkreuzung stark gemacht. Der Kreis stellt seinen Kostenanteil von 100 000 Euro, versprach Makiolla nun auch der Familie gegenüber. Sobald das Land die gleiche Summe zur Verfügung stellt, kann gebaut werden. Auf eine Realisierung 2009 hoffen nun alle Beteiligten.
Anneliese Möllmann zeigt sich froh über diese Entscheidung und auch ein wenig stolz. Der Kampf habe sich gelohnt, wenn ein Kreisel künftig Unfälle verhindere. Der Kreisel allein aber reicht nicht, ist Karl-Heinz Möllmann überzeugt. Für einen sicheren Schulweg für seine Enkelkinder, Nachbarskinder und den Nachwuchs aus dem naheliegenden neuen Wohngebiet müsse noch mehr passieren. Sichere Querung von Kreis- und Landesstraße gehört für ihn dazu. Auch Enkel Felix bestätigt, dass der Schulweg zur Jahnschule, den er in Begleitung des Opas bewältigt, eine Menge Hürden habe.
Für den Weg nach Kamen fehle ein Radweg an der Westicker Straße, an der Lindenallee seien Gehwege teils zu schmal, teils auf der falschen Straßenseite angeordnet, schildert die Familie. Landrat Makiolla hat versprochen, auch diese ergänzenden Vorschläge zu prüfen.
Familie Möllmann jedenfalls will nicht locker lassen. Zwar lasse sich der Unfall ihres Sohnes aus dem Jahr 2006 nicht ungeschehen machen, doch wiederholen dürfe sich so etwas nicht. Viel gelernt haben die Möllmanns in all den Monaten über Zuständigkeiten und Vorschriften. So hatte zwar die Stadtverwaltung kleinere Optimierungsmaßnahmen durchsetzen können, beide Straßen, die sich dort kreuzen, aber entziehen sich eigentlich ihrer Verantwortung. Nun wollen die Möllmanns dran bleiben an den weiteren Schritten bis zur Kreiselrealisierung. Locker lassen wollen sie auf keinen Fall, nicht nur der eigenen Enkel wegen.
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