Joker eröffnet nächsten Donnerstag
09.10.2009 | 18:24 Uhr 2009-10-09T18:24:00+0200
Kamen. Schon am Donnerstag kommender Woche will Jörg Marin, Sonderpostenhändler und Chef der Kette Joker-Outlet, seine neue Filiale im ehemaligen Hertie-Haus eröffnen. Der 43-jährige Unternehmer bestätigte damit einen Exklusiv-Bericht in unserer gestrigen Ausgabe.
Kamen ist für Marin scheinbar aber nur eine weitere Etappe auf seinem Expansionskurs: „Wir eröffnen jede Woche eine neue Filiale. Kamen ist der 17. Laden und mein erster in NRW.”
Marin will die gesamte Verkaufsfläche von 5800 qm2 nutzen. Der Stadt liegt inzwischen eine entsprechende Gewerbeanmeldung vor. Die aus Sicht der Verwaltung erforderliche Nutzungsänderung ist noch nicht beantragt. „Wenn der Antrag kommt, wird er aber unbürokratisch und zügig bearbeitet”, sagte Bürgermeister Hermann Hupe gestern. Es gehe nicht darum Hürden aufzubauen. „Inhaltlich haben wir für die Stadtentwicklung zwar andere Vorstellungen als die, die sich jetzt anbahnen, aber grundsätzlich ist Betrieb für das Leben in der Stadt schon besser als Leerstand.” Abzuwarten bleibe, wie lange das Joker-Outlet in Kamen aktiv sei. „Uns ist vom Betreiber gesagt worden, es handele sich um einen zunächst auf drei Monate befristeten Mietvertrag mit Verlängerungsoption.” Insofern gingen die Bemühungen der Stadt weiter, mit anderen Interessenten an Konzepten zum Erwerb der Immobilie zu arbeiten.
Jörg Marin äußerte sich gestern überhaupt nicht zur Dauer seines Engagements in Kamen: „Wir befinden uns in Verhandlungen. Darüber ist noch nicht entschieden”, sagte er knapp. Auskunftsfreudiger war er da in Personalfragen seiner neuen Filiale: „Wir wollen hier 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigen. Wir zahlen über Tarif, je nach Qualifikation zwischen 1500 und 1800 € brutto.” Allerdings, stellte er gestern fest, sei es in Kamen schwierig, Personal zu finden. „Wir haben bisher nur 15 Bewerbungen!”
Mit Hochdruck wird dennoch in der Joker-Zentrale in Rastede die Eröffnung in Kamen vorbereitet. „Am Montag ist Schlüsselübergabe, danach rollen die Trucks”, kündigt Marin an. Palettenweise will er seine Schnäppchen im Laden präsentieren. Und von den Paletten weg will er auch verkaufen. „Ohne EC-Karte, weil mir das zu teuer ist!” Die Angebots-Flyer für Donnerstag werden schon gedruckt. Ein paar der Highlights: 5kg Kartoffeln für 66 Cent, Damen-Schuhe (ohne Karton) für 99 Cent, Marken-Herrenanzüge für 25 € und Kaffee-Vollautomaten für 99 Euro.
Am Eröffnungstag wird das Joker-Outlet rund um die Uhr von morgens bis abends um sieben geöffnet sein. An allen anderen Werktagen ist der Laden von 12 bis 19 Uhr, samstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
07:18
Das ist doch wohl eine sehr dumme Aussage.
Welche Partei, außer einer Linken, nicht unbedingt die Linke kann und will die Interessen von Arbeitnehmern und Rentnern in Deutschland vertreten.
20:01
Wer reich ist kauft keinen Ramsch - und wählt nicht Links!
20:04
Sicherlich gibt es auch viele, die sich nicht alles leisten können. Das will ich auch nicht behaupten.
Ein Handy soll meinetwegen auch jeder haben. Aber warum dann immer das neueste Handy mit teurem Vertrag und nicht mal ein einfacheres Prepaid-Modell?
Und in Deutschland gibt es so viele Discounter, weil Geiz nunmal Geil ist. Auch in anderen Bereichen wollen die Leute für Leistung nicht mehr bezahlen. Deswegen sind auch so Angebote wie My-Hammer Gift für ortsansässige Unternehmer. Und ich behaupte mal, daß gerade im Dienstleistungsektor nicht die Ärmsten versuchen den Preis auf Teufel komm raus zu drücken.
19:39
@sjaekel
Ich gebe dir teilweise recht, aber nur teilweise, denn nicht alle Leute haben das Geld um für ein Auto, Küche etc. zu sparen. Es gibt zu viele Leute die jeden Cent zig-Mal rum drehen müssen. Da passen dann höher presige Angebote nicht in den Geldbeutel. Und wenn genau diese Leute sich auch Dinge, wie ein Handy oder PC lesiten, dann heißt es glieich wieder dafür hauen die das Geld raus. Dann muss man sich die Frage gefallen lassen: sind diese Leute ohne Rechte und dürfen sich gar nichts Leisten?.
Das was Joker-Outlet anbietet, sind Dinge des täglichen Lebens und keine Autos, Handy oder Spielekonsolen. Polemische Verallgemeinerungen helfen niemanden, aber verstehen tun das auch nur wenige, weil - ist nämlich auch typisch deutsch - hau drauf und denk dann nach, weils bequemer ist.
Frage an alle Kritiker hier: hat sich irgend jemand hier mal Gedanken gemacht, warum es in Deutschland so viele Diskounter gibt? Nur weil die Menschen alles immer billiger haben wollen???
10:26
Wenn Arbeitgeber (CDU u. FDP Wähler) anständig bezahlen würden, bräuchte wir über solche Themen nicht reden.
Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Der Verbraucher ist selbst an den Umständen schuld. Jeder will immer nur billiger und noch billiger. Zuerst wird qualitativ billiger produziert. Und wenn das nicht mehr geht, dann müssen die Personalkosten dran glauben. Es würde doch keinem wehtun, wenn man für ordentliche Beratung und gute Qualität auch etwas mehr ausgibt. Dann stimmen die Löhne auch wieder.
Das Geld für ein I-Phone nebst Vertrag (immerhin knapp 1500 Euro für 2 Jahre) haben ja auch ganz viele Leute über. Daß sind meistens die, die am lautesten jammern, daß alles so teuer ist.
Das liegt aber auch an der Mentalität. Unterhalte ich mich mit holländischen Freunden, dann bekomme ich zu hören, daß wir Deutschen bescheuert sind. Wir sparen auf eine Küche und kaufen dann doch ein Auto, weil es gerade so ein tolles Angebot gibt.
Die Wohnung renovieren? Wieso - lieber stecke ich das gesparte Geld in ein neues Handy oder in eine Spielekonsole. Da muß man ja immer das Neueste Gerät haben.
Die Prioritäten sind irgendwie falsch gelagert, was die Produkte angeht, die man braucht - oder nicht braucht, aber trotzdem hat.
09:04
Jetzt hat die FDP/CDU mal wieder etwas tolles angeregt: PKW Maut.
Also noch weniger Geld in den Taschen der Bürger.
Schon vorab danke an Joker Outlet.
Hier wird ein kleiner Ausgleich für die Maut geschaffen.
08:56
Soviel negatives wie ich hier gelesen habe, werde ich mich sicher nicht wundern wenn zur Eröffnung und darüber hinaus der Laden voll ist - der McDonalds-Effekt - keine mag das Zeug, aber der Laden ist immer voll. Außerdem müssten die Leute auch über Einkommen verfügen, um höher wertige Ware kaufen zu können. Wenn Arbeitgeber (CDU u. FDP Wähler) anständig bezahlen würden, bräuchte wir über solche Themen nicht reden.
Frau Scharrenbach: die CDU hat hier in NRW schon genug zerschlagen, es reicht eigentlich. Und wenn wir in Kamen darauf warten, dass die Stadtverwaltung etwas erreicht haben wir bald eine Geisterstadt.
08:17
Sonderposten=Sondermüll
04:43
Natürlich stirbt der Fachhandel nicht, weil er so gut ist.
Der Fachhandel stirbt, weil sich die Kunden im Fachgeschäft kostenlos ausführlich beraten lassen, und den Artikel, dank der Preissuchmaschinene, dann bei Händlern im Netz kaufen, die den günstigsten Preis bieten. Oder eben beim Discounter.
Dass der Händler im Netz oder der Discounter aber nur deswegen billiger ist, weil die Nebenkosten deutlich niedriger sind, dass interessiert dann keinen mehr. Dem Fachhändler wird vielleicht noch der günstigere Preis vorgelegt mit den Worten: Krieg ich das hier auch zu dem Preis? Sonst kauf ich woanders.
Der Kunde will den Vorteil der Beratung, ist aber nicht mehr bereit, für diese Beratung zu zahlen. Dies führte in den letzten Jahren zu einem enormen Fachhandelssterben. Also dürfen sich die Kunden nicht wundern, wenn der Fachhandel bald für eine Beratung Geld nehmen wird, um preislich dann beim Artikel mit den Billigheimern mithalten zu können. Artikelpreis ohne Beratung 5,- Euro, mit Beratung 7,50 Euro.
Jeder will berechtigterweise Geld für seine erbrachte Arbeitsleistung verdienen, gönnt dann einem anderen aber nicht das Schwarze unter den Nägeln. Wie soll das denn funktionieren? Ich treffe heute immer noch auf Kunden, die meinen, wenn der Händler für 5,- Euro (netto) einkauft dann hat er doch genug Marge, wenn er für 6,- Euro (brutto) verkauft.
01:52
Ich bin gerade mit der Gründung einer eigenen Firma beschäftigt, und habe mir auch die Kamener City angeschaut. Ich kenne die Problematik des Hertie Gebäudes sehr genau. Also ich habe keine Angst vor so einem Markt - der kann sogar gut als abschreckendes Beispiel dienen. Sollen die Kunden doch die Entscheidung treffen - so geht das nun mal im Handel. Die Fachgeschäfte sterben doch nicht weil sie so gut sind! Sollte ich mich in Kamen engagieren nehme ich den sportlichen Wettbewerb auf jeden Fall gerne an !