Hundertschaft sucht Vermissten
15.02.2012 | 16:39 Uhr 2012-02-15T16:39:00+0100
Bergkamen.Polizei, wohin das Auge blickte. Zwei Hundertschaften – also tatsächlich rund 200 Mann – durchkämmten gestern das Bergkamener Stadtgebiet, unterstützt von Spürhunden und Hubschraubern Doch die Polizisten waren nicht etwa einem Verbrecher auf der Spur. Sie suchen seit Dienstag nach einem 55-jährigen Mann aus Lünen.
Der Mann gilt als vermisst. „Ein Gewaltverbrechen schließen wir aus. Wir gehen vielmehr davon aus, dass der Gesuchte hilflos herumirrt und nicht mehr nach Hause findet. In so einem Fall fahren wir das gesamte Programm auf“, erläuterte Polizeisprecher Ralf Hammerl.
Nach Hause – dahinter verbirgt sich ein schlimmes Schicksal. Denn das Zuhause des 55-jährigen ist seit dieser Woche offiziell das Seniorenheim „Haus Sophie“ im Lüttke Holz. Der Grund: Der Mann ist am Korsakow-Syndrom erkrankt – einer schweren Form der Demenz.
Schwere Erkrankung
Die schwere Erkrankung – verbunden mit Orientierungslosigkeit und Gedächtnislücken – machten offenbar die Einweisung ins betreute Wohnen im Heim notwendig. Doch dort blieb der Mann nur zwei Stunden – dann büxte er am Montag zum ersten Mal aus. Doch recht schnell konnte der Kranke wieder aufgegriffen werden.
Einen Tag später, am Dienstag, verließ er das nicht abgeschlossene Heim erneut. Mitten in der Nacht. Denn vermisst wird er seit 4.45 Uhr. „Unser Problem ist, dass der Mann mittlerweile recht weit gekommen sein kann, da er sich körperlich in gutem Zustand befindet“, so Polizeisprecher Hammerl gestern.
Erschwerte Suche
Das macht die Suche für seine Kollegen schwierig. Ist der Vermisste Richtung Lünen – seiner Heimatstadt – gelaufen? Oder ist er in Hamm unterwegs, wo er gesehen worden sein soll?
„Eine Suche mit dem Hubschrauber alleine reicht nicht“, erläuterte Hammerl. „Dazu ist das Gelände in Bergkamen zu unübersichtlich. „Nehmen Sie zum Beispiel das Beverseegebiet oder die Halde. Da muss man hinter jedem Busch nachsehen.“
Und natürlich würde auch am Kanal und an der Lippe nach Spuren gesucht.
„Der Mann hat kein Geld bei sich und kann auch nicht nach dem Weg fragen. Da stellt sich die Frage, wieviele Nächte er bei diesen Temperaturen überlebt“, sagte Hammerl.
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