Heimatlos und zwischen den Stühlen
16.02.2010 | 18:02 Uhr 2010-02-16T18:02:00+0100
Kamen. Was ist es für ein Gefühl, heimatlos zu sein? Zahlreiche in Deutschland geborene Türken führen ein Leben zwischen den Kulturen und fühlen sich weder zur einen noch zur einen zugehörig. Die Türkei kennen viele nur aus dem Urlaub. Dennoch zieht es sie in die Heimat, die keine ist.
Zurückkehren in die Türkei? „Eigentlich ist Deutschland meine Heimat." Yasemin Demir stutzt, um sich zu korrigieren: „Eigentlich bin ich heimatlos.”
Das sagt sie nicht verbittert, es klingt normal aus ihrem Mund. Für die in Deutschland geborene Studentin sind die sechs Monate Auslandssemester in Izmir eine Art Probezeit. Wenn es ihr gefällt, wird sie „zumindest für eine Zeit” in die Türkei gehen. Yasemin Demir ist eine Vorreiterin, andere streben den selben Weg an.
Noch kein Rückkehr-Trend
Ein Trend ist daraus (noch) nicht abzulesen. Cüneyt Baysan, Sekretär der Diyanet-Moschee, kennt nur wenige junge Leute, die diesen Schritt ernsthaft in Erwägung ziehen. Er selbst weiß aus eigener Erfahrung warum: „Meine Familie hat ein Grundstück in der Türkei. Aber dort kenn' ich mich nicht so gut aus wie hier.” In die Türkei reist er quasi nur als Tourist. Sein Lebensmittelpunkt liegt in Kamen.
Das gilt bisher auch für Akyol, der die Dönerbude „Sam” am Markt führt. „In einigen Jahren werde ich aber in die Türkei zurückgehen”, führt der 39-Jährige aus. Ein Angestellter hat den Schritt schon vollzogen. Die Rahmenbedingungen in der Türkei hätten sich durch die Annäherung an die EU verbessert. Zugleich sei die wirtschaftliche Situation in Deutschland schlechter geworden. Neben vielen positiven Aspekten des Lebens in Deutschland gebe es auch einges, das in hier stört: „Es fehlt der Mut zur Veränderung.” Zudem fühle er sich zwar integriert, kenne aber Beispiele, bei denen Türken im Zweifelsfall zweite Wahl wären: „Beim Job, bei der Wohnung.”
Ständige Diskussion
„Ich selbst wurde nie so behandelt, dass ich mich fremd fühlte", erzählt Yasemin Demir. Dennoch werde sie immer wieder auf ihren Migrationshintergrund angesprochen und dadurch „klassifiziert”. Die ständige Diskussion um Integration – da sei es schwer, sich wohlzufühlen. Dabei sieht sich die 25-Jährige durchaus als integriert an. Sie studiert Erziehungswissenschaften an der Uni Dortmund, seit zwei Jahren arbeitet sie im JKC. Dennoch: „Ich hoffe, dass ich in der Türkei nur als Mensch behandelt werde, nicht als Mensch mit Migrationshintergrund." Auch die Übervorsichtigkeit im Umgang mit den Begriffen stört sie: „In den Seminaren schauen die Professoren mich bei dem Thema an, weil sie eine Bestätigung brauchen, dass sie sich nicht falsch ausdrücken.”
Das sei gut gemeint, aber auch dadurch spüre sie, dass ein Unterschied gemacht werde. Ob das in der Türkei anders sein wird, wisse sie nicht. In der Befürchtung, dass genau das nicht der Fall sein wird, erklärt sich der Begriff heimatlos. Der Begriff „Almanci” bezeichnet die Türken, die in Deutschland aufgewachsen sind. Zu türkisch, um deutsch zu sein, zu deutsch, um türkisch zu sein – in dem Zitat der Autorin Hatice Akyuen findet sich die Studentin wieder.
Deutschland vermisst
Eine Freundin von ihr hat, als sie in Deutschland keine Anstellung fand, acht Monate in einem Hotel in der Türkei gearbeitet. „Sie kam zurück und hat mir erzählt, wie sehr sie Deutschland vermisst hat – von den Wohnungen bis zur guten Organisation", berichtet Yasemin Demir schmunzelnd. Bald wird sie wissen, wie sie in der Heimat ihrer Vorfahren zurechtkommt.
- Der westropolis-Blog von Hatice Akyün: Neulich in der Parallelwelt
03:52
Erst ein Mal müssen wir doch wissen, was überhaupt Integration ist. Integration ist, die Sprache des jeweiligen Landes in dem man lebt zu beherrschen und die rechtsstaatliche Ordnung sowie das Grundgesetz zu beachten und zu akzeptieren. Dann ist man INTEGRIERT.
Integration bedeutet aber auch Entgegenkommen, d.h. offen für neue Weltanschauungen, Kulturen etc. zu sein. Aber dies ist leider in Deutschland bei vielen nicht gegeben. Es gibt kein Verständnis, warum Muslime anders sind.
Es wird nur einseitig propagiert, dass nur die Türken unwillig sind, sich zu integrieren. Die meisten Türken sind jedich integriert, aber das reicht für einige Politiker und Deutsche nicht. Sie wollen mehr. Viel mehr. Nämlich die Assimilation der Türken unter dem Deckmantel der Integration.
Die Behauptung, wenn man studiert hat, ist man integriert, ist nicht plausibel. D.h,, Türken, die nicht studieren, seien integrationsunwillig. Aber was ist mit den Deutschen, die nicht studieren? Sind sie dann auch nicht integriert??
Von der ersten Generation der Türken, die bereits in den 60er Jahren nach Deutschland gekommen sind, kann man jetzt nicht erwarten, dass sie deutsch lernen. Das geht nicht. Die Regierung hätte damals den Gastarbeitern erst Deutschkurse anbieten sollen bevor sie einen Arbeitsvertrag bekamen. Das ist jedoch nicht passiert. Sie konnten nur eins: schuften!
Aber die zweite und dritte Generation hat hinsichtlich der Beherrschung der deutschen Sprache keine Probleme. Sie beachten die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Im Gegensatz zu den rechtsgesinnten Deutschen, die das jetzige Staatssystem nicht akzeptieren. Man müsste doch parallel zur Integration von Ausländern (neudeutsch: Migranten) die Integration der Rechten fordern und vorantreiben!
Wie gesagt, das ist nur eine einseitige Politik was zurzeit betrieben wird.
Zum Schluss: ich habe zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, aber ich bin und bleibe immer noch ein Türke. Ich bin nur ein deutscher Staatsbürger, aber kein Deutscher. Ich kann doch nicht meine Herkunft leugnen, nur weil ich die deutsche Staatsangehörigkeit habe?! Ich kann Deutsch, achte die Verfassung, meine Heimat ist Deutschland, basta! .Mehr geht nicht. Bin voll integriert. Das müssen und sollten viele Deutsche wohlwollend akzeptieren und endlich aufhören mit dieser Integrationspolitik.
In Deutschland gibt es doch Schulpflicht. Viele ausländischen Kinder lernen bereits die deutsche Sprache im Kindergarten. Sie haben später somit keine Probleme. Die älteren Menschen, die kein Deutsch können, werden bald aussterben (nur Geduld). D.h., in Zukunft wird es nur noch Ausländer geben, die auch der deutschen Sprache mächtig sind. Eine Integrationspolitik ist somit völlig absurd und sinnlos. Unnötige Verschwendung von Zeit und Geld.
20:27
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20:03
Ich glaube, dass wir alle nicht die Zahlen kennen, die wichtig wären, zu wissen. Von allen Seiten werden Mutmassungen, Vermutungen, teilweise Erfahrungen (aber subjektiv) zum besten gegeben, die nützen aber keinem was. Die Hauptangst ist doch, dass die eine Seite das Sozialsystem ausnutzt und das Leben somit irgendwie auf Kosten anderen geniesst, und das gönnen beide Seiten der jeweils anderen nicht. Würden die Behörden mal klare Zahlen auf den Zisch legen, gäbe es solche Diskussionen nicht mehr.
10:46
Integration bedeutet auch, dass man willkommen ist. Wenn ich hier so manche Kommentare lese, dann verstehe ich absolut, dass es sehr schwer ist, sich in Deutschland zu integrieren.
Wenn ich (gleichgültig um welche Uhrzeit) in ein Café gehe, bin ich dort in der Gesellschaft von Deutschen. Vielleicht treffe ich dort ab und zu den ein oder anderen Türken, das ist aber eher die Ausnahme.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man sich in einer derartigen Gesellschaft wohl fühlt; und genau das ist das Problem. Solange wir keine Gastfreundlichkeit zeigen, wird sich an der Situation nichts ändern. NIemand würde einem Verein beitreten / Mitglied bleiben, wenn man immer nur schräg angeschaut wird und sich für seine religiösen Anschauungen oder Verhaltensweisen rechtfertigen muss.
Im Übrigen sollte sich hier jeder mal vor Augen führen, weshalb die Türken nach Deutschland gekommen sind - weil wir sie wollten! Und jetzt brauchen wir sie nicht mehr, deshalb sollen sie zurück in ihre Heimat gehen???
Insofern sollten wir Deutsche erstmal beginnen, an uns und unserer Herzensgüte zu arbeiten.
Für mich ist jedenfalls jeder nette Mensch willkokommen - gleichgültig, welcher Nationalität und Religion; und ich wünsche mir mehr Menschen, die diese Polemik hinterfragen. Aber leider ist das Leben kein Wunschkonzert...
23:42
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15:40
@ SuChe
Ja, da stimme ich dir vollkommen zu...du hast es auf den Punkt gebracht : Solange es krumme Äste gibt, solange wird es dumme Menschen geben :)
12:28
@Duysen Baykut
Mach dir mal kein Kopf über diese Kommentare. Ansonsten wirst du ewig schreiben müssen. Wir Bosnier sagen: Solange es krumme Äste gibt, solange wird es dumme Menschen geben. Da kannste soviele Äste grade biegen wie du willst, es wird nie reichen.
Der Artikel schildert die Situation einer Migrantin. Meiner Meinung nach sehr gut sogar. Dennoch kommen solche Cobani mit solchen Kommentaren ständig zu Wort. Is halt so. Wie heißt es in jenem Lied: Stillstand ist der Tod.. Tod der geistigen Entwicklung..
07:15
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02:38
Und übrigens Zitat wer unter sich bleibt findet keinen Anschluss ist vollkommen berechtigt.Nur sollte man hinzufügen, dass die Möglichkeit für eine Integration nicht einseitig verlaufen kann. Und das an meine deutschen Mitbürger hier, die es bevorzugen sinnlos daher zu reden.
Die interviewte Person ist vollkommen integriert.Da stellt man sich dann doch die Frage, wieso solche Kommentare kommen, wenn jmd über seinen Integrationsprozess oder Migrationsverlauf eigene Erfahrungen äußert und sofort negativ angesehen wird.Ist es dann nicht ein Widerspruch in sich?
Das ist ein perfektes Beispiel dafür, dass einige Leute hier keine Ahnung haben.
Ich studiere ebenfalls (sogar DEUTSCH, ein Ooo an die Leute mit den etwas deplatzierten Äußerungen) und bin vollkommen integriert und kann trotzdem genau die gleichen oder ähnlichen Aussagen,wie die Dame machen.
Es ist nicht schön, in der Bahn zu sitzen und nebenan von irgendwelchen Deutschen als scheiss Türkin beschimpft zu werden. Es ist keinesfalls schön, als Türkenschlampe beschimpft zu werden, weil die Nachfrage eine Zigarette abgelehnt worden ist. (Ich rede hier von Menschen,die sich als Menschen geben,morgens um 9 Uhr im Zug mit einer Bierflasche und einer Bildzeitung rumlaufen). Es ist aber auch keinesfalls schön, als scheiss Deutscher beschimpft zu werden etc.
Keine Frage!
Was ist hier falsch gelaufen??Kein Wissen,keine Kenntnis,nichts annähernd menschliches Handeln und Tun,keine annähernde interkulturelle Kompetenz,nur Vorurteile und Müll im Kopf...vs.vs.vs.
Nur nebenbei bemerkt für die Person, die uns allen eine gute Reise gewünscht hat und letzlich nur dasselbe in grün und etwas schöner versucht hat auszudrücken.Hiermit landen wir wieder am Anfang..an den Punkten,die ich nicht noch einmal aufzählen muss.
02:15
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