Das aktuelle Wetter Kamen 17°C
Muschelfund

Häuslebauer entdecken Fossilien

03.02.2012 | 17:17 Uhr

Westick.   Die Häuslebauerinnen Sina und Jeannette Sostmann staunten nicht schlecht, als sie in ihrem Vorgarten zwei uralte Muscheln ausgruben. Die Fossilien stammen aus der Oberkreidezeit und sind zwischen 88 und 93 Millionen Jahre alt - und somit die ältesten Bewohner Westicks.

Versteinert in einem dicken Kalksteinbrocken liegen sie vor Ullrich Neumann auf dem Tisch – die beiden ältesten Westicker, die dem Hobby-Archäologen bisher begegnet sind. Zwischen 88 und 93 Millionen Jahre alt sind die beiden Fasermuscheln mit dem klangvollen Namen Inoceramus Lamarcki.

Muscheln stammen aus der Oberkreidezeit

Aus der Oberkreidezeit, dem Turon, stammen die beiden steinernen Meerestiere. „Das ist definitiv das älteste, was hier bisher gefunden wurde“, weiß Ullrich Neumann. Schließlich hat der Ortsheimatpfleger selbst schon einige Schätze früherer Zeiten aus dem Westicker Boden ans Tageslicht befördert. Vor allem aus der Zeit der Germanen.

Die beiden oberkreidezeitlichen Fasermuscheln waren allerdings ein Zufallsfund der beiden Häuslebauerinnen Sina und Jeannette Sostmann. Als sie sich vor rund zwei Jahren an den Vorgarten ihres neuen Domizils in der Mühlenstraße machten, stieß Jeannette Sostmann auf einen dicken Gesteinsbrocken, der auseinanderbrach und dabei die beiden Muscheln zum Vorschein brachte.

„Unsere Nachbarin meinte, wir sollten die Muscheln mal Ulli Neumann zeigen“, erzählt Sina Sostmann. Der nahm sich der beiden steinernen Meerestiere auch an und übergab sie an Dr. Eva Cichy, Archäologin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Olpe. Sie wiederum leitete den Fund weiter an das LWL-Naturkundemuseum in Münster. Dort verbrachten die Muscheln ein ganzes Weilchen, bis Ulli Neumann einen Anruf vom LWL bekam. Die Experten teilten ihm mit, dass es sich bei dem Fund um etwas wirklich Altes handeln müsse.

Lünener Höhe istehemaliges Urzeit-Riff

Dass die Fossilien aus der Kreidezeit stammen, „das ist schon ziemlich sensationell“, zeigt sich Hobby-Archäologe Neumann beeindruckt. Ungewöhnlich sei es allerdings nicht. „Wir wissen, dass die Lüner Höhe ein Urzeit-Riff war“, sagt Neumann. Kalkstein, der sich vom Meeresgrund hier bildete, ist in Westick sehr verbreitet, wurde in früheren Zeiten von Bauern allerdings gern zum Düngen benutzt. „Ich fand erstaunlich, dass wir so etwas Altes so nah an der Oberfläche gefunden haben“, wundert sich Sina Sostmann. Das sei nicht so ungewöhnlich, sagt Dr. Klaus Peter Lanser, Paläontologe in Münster. Durch Vergletscherungen liege solches Gestein oft sehr oberflächlich.

Gern übergebe sie den Fund an ein Museum, sagt Sina Sostmann, „ansonsten bekommen die Muscheln einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer“.

Carmen Radeck

Facebook
 
Kommentare
05.02.2012
16:05
Häuslebauer entdecken Fossilien
von huvievieh | #2

Ich dachte immer, die Lüner Höhe und ähnliche Erhebungen in der Umgebung, wären eiszeitliche Endmoränen. Die Form und Ausrichtung der Hügel gleicht jedenfalls mehr einer Endmoräne als einem Riff.
http://www.derwesten.de/staedte/kamen/kamen-bringts-auf-genau-89-4-meter-id2097633.html
Letzter Absatz vom Artikel.

05.02.2012
15:36
Häuslebauer entdecken Fossilien
von ulla66 | #1

2alte und 2junge Muscheln

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6311897/create

Aktuelle Fotos und Videos
Parks in unserer Stadt
Bildgalerie
Fotostrecke
Nacht der offenen Kirche
Bildgalerie
Fotostrecke
KITE
Bildgalerie
Fotostrecke
Bombenentschärfung
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Blitzblank in zehn Minuten
Fahrradwaschanlage
Einmal in der Woche macht die mobile Fahrradputzanlage Station in Kamen vor der DasDies-Fahrradwerkstatt an der Unnaer Straße. Unsere Mitarbeiterin unterzog die Anlage einem Härtetest.
Suizid-Fall in der JVA Iserlohn wird neu aufgerollt
Schuldfrage
Die Ermittlungen um den Suizid eines 19-jährigen Heereners in der U-Haft der Justiz-Vollzugsanstalt Iserlohn im April 2012 werden neu aufgenommen. Der Oberstaatsanwalt erklärte, dass der Vater des 19-Jährigen den Verdacht habe, „dass die Situation seines Sohnes nicht richtig eingeschätzt wurde“.