Gruselfeeling mit uralter Tradition
28.10.2011 | 11:09 Uhr 2011-10-28T11:09:00+0200
Kamen. Grusel mit uralter Tradition - Halloween ist nur zum Teil Us-Import
Grüne Fingernägel, zerbissene Blutkapseln, bunte Haare und zerfetzte Klamotten - an Halloween ist alles erlaubt, solange es nur gruselig genug ist. Mit zehn oder elf Jahren ist man dann, wenn es dunkel wurde, um die Häuser gezogen (in einem Aufzug, den man zu der Zeit gruselig fand und über den man heute einfach nur noch lachen würde) und hat die Nachbarn mit „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ genervt.
Überall gibt es am 31. Oktober fette Partys, und in den Freizeitparks laufen Zombies rum, die das Tinnitus-Gratis-Paket gebucht haben, wenn sie sich neben kleine Mädchen in die Achterbahn setzen. Klingt nach einem weiteren US-Import?! Ursprünglich ist Halloween ein sehr altes Fest, dessen Wurzeln bei den Kelten in Irland liegen, doch (wie sollte es sonst sein) haben die USA da natürlich die Finger im Spiel.
Vor über 5000 Jahren endete das Jahr der heidnischen Kelten nach unserer Zeitrechnung am 31. Oktober. Dieser Tag wurde Samhain genannt. Der Sommer war zu Ende und die trübe Jahreszeit begann. Und jetzt wird es richtig mystisch. Samhain ist ein Mondfest, an dem die Grenze zwischen Dieswelt und Anderswelt sehr dünn ist, und die Seelen der Gestorbenen konnten an den Ort des früheren Lebens zurückkehren. Es wurden große Feuer entfacht und um die Seelen zu besänftigen oder böse Geister abzuwehren, wurden Opfer gebracht. Irrlichter aus Rüben, später wurden daraus Kürbisse, sollten die Rowdys unter den Geistern abschrecken.
Aus dem Samhain-Fest wurde, da es eng mit Allerheiligen (1. 11.) verknüpft ist, Halloween. Der englische Begriff für Allerheiligen ist „All Hallows“ und somit war das Samhain-Fest „All Hallows’ Eve“, da es am Vorabend stattfand. Im Laufe der Zeit hat sich der Begriff dann zu Halloween verkürzt.
Irische Einwanderer während der Zeit der Hungersnöte brachten um 1840 den Brauch in die USA. Die Kinder dort machten es schnell zu einem beliebten Fest. Es wurde durch die Vermischung mit anderen Bräuchen immer mehr zu dem heutigen Brauch mit Verkleidung und Kürbisschnitzen. Erst in den späten 80er Jahren kam diese amerikanische Variante des Halloween dann nach Mitteleuropa.
Um die Häuser ziehen ist vielen Jugendlichen definitiv zu kindisch, aber für eine Party wird dann auch mal in der Kostümkiste nach einem Hexenhut gekramt. ,,Also so durch die Straßen gehen und ,,Süßes oder Saures‘‘ spielen ist eher was für Kleinkinder‘‘, findet Rouven. Verkleiden und an die Türen anderer Leute Klopfen ist wohl nicht mehr so trendy. Oder doch?
Alannah ist schon der Meinung, dass Halloweenpartys und Horrorfilme zu einem richtigen Halloweentag dazugehören. ,,Wenn man feiern geht, sind ja alle verkleidet, da ist das okay‘‘.
Neu-Student Johannes hat keinen Bezug zu Halloween und wird deswegen auch nicht zu der Gruselparty an seiner Uni gehen. Halloween sei eher etwas für das Grundschülerleben gewesen. ,,Ich fand’s früher echt cool sich zu Verkleiden“, erzählt Isabella. Heute nerve sie das Geklingel an der Haustür.
Anna würde sich schon verkleiden: ,,Aber wenn, dann nur auf Halloweenpartys. Da könnte man dann z.B. coole Bilder machen.“ Auch Erika hätte nichts dagegen: ,,Wenn ich ein gutes Kostüm finde, würde ich es anziehen.“ Fabian (18), Christoph (16) und Kevin (17) hoffen auf Gruselpartys: „Die Partys sind eigentlich immer das Beste an dem ganzen Fest.“ Fabian findet: „Draußen rum rennen ist eher was für die Kleinen.
Unser Tip: Grusel-Partys gibt es reichlich.
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