Gefeit gegen Ketten und Krise
15.12.2009 | 17:44 Uhr 2009-12-15T17:44:00+0100Kamen. Der Einzelhandel in der Innenstadt ist mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden. Onlineportale und große Ketten werden nicht als große Konkurrenz wahrgenommen, die Wirtschaftskrise macht sich nicht bemerkbar.
„Wir sind zufrieden”, meint Christian Hopp von der Buchhandlung am Markt, „wir haben mehr Zuspruch als im alten Ladenlokal”. In Zahlen schätzt er den Kundenzuwachs auf etwa 20 Prozent. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf das Weihnachtsgeschäft aus. Als Geschenk bevorzugen die meisten Kunden gebundene Bücher – zu Weihnachten soll es schließlich etwas besonderes sein. Um vermeintliche Konkurrenz aus dem Internet macht Hopp sich wenig Sorgen: „Die haben einen Anteil von unter 15 Prozent”. Viele Kunden setzen auf eine persönliche Beratung, die sie im Internet nicht bekämen.
Torsten Woywod von der Buchhandlung Hagena empfindet Internetanbieter ebenfalls nicht als große Konkurrenz. Dem Einzelhandel komme die Buchpreisbindung zugute – Bücher haben bei jedem Anbieter denselben Preis. Leicht verändert habe sich das Geschäft zu Monatsbeginn: „Der Nikolaustag prägt sich immer mehr als Geschenktag heraus”, so Woywod.
Gegen große Ketten fühlt sich auch Seniorchef Friedrich Brumberg vom gleichnamigen Elektronikgeschäft sicher: „Wir können selbst starke Angebote machen, so dass wir uns hinter den Ketten nicht verstecken müssen”. Von Kleingeräten bis hin zu Waschmaschinen laufen derzeit alle Sparten zufriedenstellend. „Die modernen Flachbildschirme sind in diesem Jahr der Renner”, sagt Brumberg. Einbrüche durch die Krise seien bei Brumberg das ganze Jahr über nicht zu spüren gewesen. Aufgefallen ist Friedrich Brumberg allerdings, dass besonders junge Leute stärker auf den Preis achten.
„Bei uns läuft es gut”, stellt Juwelier Lothar Becher zufrieden fest. Eine Veränderung des Käuferverhaltens zu den Vorjahren konnte er bisher nicht feststellen – günstigere Produkte seien nicht beliebter als zuvor. Doch: „Ein Tag kann alles entscheiden, da wir die stärksten Tage im Jahr vor Weihnachten haben”. Bisher zeichne sich nicht ab, dass die Verkaufszahlen noch einbrechen könnten.
Ein Manko im Weihnachtsgeschäft stellt der Wegfall von Hertie dar. „Man merkt schon, dass Hertie fehlt”, sagt Kerstin Pieper von der Stadt-Pafrümerie. Ein Teil der vorigen Laufkundschaft entfalle durch das Fehlen des Kaufhauses. Das richtige Weihnachtsgeschäft fängt für die Parfümerie allerdings erst kurz vor Weihnachten an.
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