Füllung nach Wunsch
15.02.2010 | 18:26 Uhr 2010-02-15T18:26:00+0100
Kamen. Neben Verkleidungen sind Berliner zu Karneval die gängigste Tradition. Kamens Bäcker freuen sich über Rekodumsätze.
„Bei uns heißen die Berliner, aber in Berlin heißen die Pfannenkuchen”, witzelt Bäckermeister Karl-Joseph Nies. In der Karnevalszeit verkauft er etwa zehn Mal so viele Berliner wie sonst – Silvester ausgenommen. Die Hauptzeit liegt dabei zwischen Donnerstag und Montag, „morgen ist das schon wieder vorbei”, meint Nies mit Blick auf den heutigen Dienstag.
»In Berlin
heißen sie
Pfannenkuchen«
Traditionell sind die kleinen Kalorienbomben mit Marmelade oder Creme gefüllt, aber es gibt auch Spezialitäten: „Wir haben zum Beispiel Genever-Berliner”, sagt Birgit Sadlowski von Salli's Backstube. Als kleinen Scherz gibt es auch eher unangenehmere Füllungen, wie Nies erklärt: „Mit Senf haben wir das schon mal gemacht, aber nur auf Bestellung.” Bei der Laufkundschaft kamen die nicht ganz ernst gemeinten Füllungen jedoch nicht gut an, „das findet eben nicht jeder lustig”.
Auch wenn Berliner nach einem recht simplen Gebäck aussehen, verbirgt sich hinter ihnen eine kleine Wissenschaft. „Wenn man das zuhause macht, klappt das eigentlich nie”, gibt Nies die Erfahrungen vieler Hobbybäcker wieder. Hauptsächlich lägen die Misserfolge bei der mangelnden Erfahrung, aber auch das Fehlen einer Spritzmaschine für die Füllung sorgt in der heimischen Küche für Schwierigkeiten. In Karl-Joseph Nies Backstube ist eine solche Maschine hingegen vorhanden und nimmt den Bäckern eine schwierige Arbeit ab.
Trotz technischer Hilfsmittel bleibt die Herstellung dennoch aufwändig: „Der Teig muss lange gehen”, erklärt Nies, was in mehreren Schritten geschieht.
„Wir machen das alles noch von Hand”, sagt Birgit Sadlowski nicht ohne Stolz.
Nur auf den ersten
Blick ein simples Gebäck
Der fertige Teig ist dann am Ende „einer der leichtesten Hefeteige überhaupt”, sagt Nies. Damit meint er allerdings nicht die Kalorienzahl von über 300 bei 60 Gramm, sondern die Konsistenz - wer auf Diät ist, sollte sich beim Essen bremsen. Zwar könnte der Kaloriengehalt durch die Auswahl der Zutaten gesenkt werden, „aber da esse ich lieber weniger und dafür vernünftig”, findet Karl-Joseph Nies.
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