Das aktuelle Wetter Kamen 17°C
JAHRESRÜCKBLICK 2009:...

Frostiger Jahresbeginn für lokale Wirtschaft

28.12.2009 | 17:29 Uhr
Frostiger Jahresbeginn für lokale Wirtschaft

Kamen. Das Jahr 2009 begann kalt und weiß. „So viel Schnee wie seit Jahren nicht”, erfreute die Kinder in der Stadt und bescherte dem Winterdienst Schwerstarbeit. Kaminholz wurde in den Baumärkten knapp.

Die Parteien dagegen rüsteten sich auf hitzige Wahlkämpfe in einem Superwahljahr ein. Die CDU sagte im Januar der SPD selbstbewusst den Kampf in der Stadt an. Es sollte anders kommen.

Es wurde auch weiter

investiert in die Stadt

Die vielen kleinen Wirtschaftsnachrichten in unserer Lokalausgabe zeigten ein wechselhaftes Bild. Einerseits beginnt der Abriss des Alten Ikea-Hauses im Januar und schafft Platz für Neues. Vor dem Jahresende sollte hier ein neuer Baumarkt Richtfest feiern. Das City Cafe steht schon wieder leer. Noch im ersten Quartal des Jahres alledings fand sich mit Rolf Kamps ein Investor, der mehr aus dem Standort machen wollte. Die Druckerei Kemna investierte in ihren Stammsitz in Kamen. Im Cafe Central aber gibt mit Andy Knepper ein Vorzeigegastronom der Stadt nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Chefmütze ab. So geht es weiter.

Die neuen Schulverbünde in der Stadt starten erfolgreich. Es scheint zu gelingen, in solchen Verbünden kleinen Schulen wie dem Schulstandort in Werve oder der kath. Josefschule neue Perspekrtiven zu geben.

Unfallserie auf der

A2 findet kein Ende

Auch das erste Quartal des neuen Jahres sollte nicht ohne schwere Unfälle vorübergehen. Am 15. Januar wieder einmal ein schwerer Auffahrunfall unter Beteiligung von Lkw auf der A2. Es bleibt zum Glück bei leichten Verletzungen. Die Serie reißt nicht ab. Nach einem weiteren Unfall im Februar wird ein runder Tisch einberufen, um Gegenmaßnahmen zu finden. Am 25. März berichten wir wiederum über einen schweren Unfall auf der gleichen Autobahn. Eine positive Nachricht immerhin von anderen Straßen in der Stadt: Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Kindern geht zurück.

Immerhin gibt es finanziellen Rückenwind für die Stadt. Das Konjunkturpaket II bietet Investitionsmöglichkeiten. in Kamen wird diese Flanke schnell aufgegriffen und ein Maßnahmenpaket geschnürt. Viel mehr gute Nachrichten zu den Stadtfinanzen sollte es 2009 nicht mehr geben. Eine vielleicht noch: Der Parkhausbau am Bahnhof wird konkret. Im Februar fallen Bäume, bis zum Jahresende klafft hier eine tiefe Baugrube, wachsen erste Bauteile empor.

Südkamen hat etwas zu feiern. Am 17. Januar öffnet hier die lang gefordete eigene Apotheke im Stadtteil. Auch die AWO weitet ihre Aktivitäten hier aus. Aber: Die Südkamener Spange bleibt ein Windei. Hoffnungen, noch im Sommer mit dem Projekt starten zu können, platzen. Die Spange, das steht schon im Januar fest, wird weiter vertagt.

Bürger wehren sich

gegen Rechte

Kamen bleibt wehrfhaft gegen Rechtsextremismus. Am 20. Januar stoppen aufmerksame Gegner einer neuen Rechten erneut einen Versammlungsversuch in der Stadt, diesmal in Methler. Die klare Haltung der Betreiber der Gaststätte In der Kaiserau hilft dabei und trägt diesen viel Sympathie ein. Doch rechte schlagen in Kamen immer mal wieder zu. Am 25. Januar gibt es eine Attacke auf das linke Backyard-Cafe an der Güldentröge.

Die Ampelsteuerung an der Bachmann-Kreuzung soll optimiert werden. Es folgen viele Debatten und Planungen. 2009 wird es nichts mehr mit der Umsetzung.

Heeren-Werve hat drei neue Hornträger. Traditionsgemäß verleiht der Heerener Schweineclub im Januar seine Auszeichnungen. Das gewürdigte Trio: Superintendentin Annette Muhr-Nelson, Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß und Gewerkschafter Karl-Heinz Trawinski.

Eines aber nicht das einzige Sorgenkind in der Stadt ist Hertie. Zum Jahresanfang eine gute Nachricht: Als Ende Januar erste Häuse geschlossen werden sollen, ist Kamen anders nicht darunter. Doch Ängste um die Arbeitsplätze und den Innenstadtmagneten bleiben. Bei Kettler werden Produktionskapazitäten abgebaut, im LSZ gehen Arbeitsplätze verloren.

Positive Schlagzeilen schreibt Kamen in historischen und archäologischen Fachkreisen. Anfang Februar präsentiert Ortsheimatpfleger Uli Neumann neue Funde aus dem Westicker Feld. Die verdeutlichen noch, welchen Stellenwert diese germanische Siedlung hatte. Der Expertenandrang bei einem Archäolohensymposium im März ist da schon keine Überraschung mehr. Das Begleitprogramm zeigt, wie attraktiv die Aufar beitung dieser Geschichte auch für Kinder und Schulen ist. Kamen beginnt, sein germanisches Erbe zu nutzen.

GSW und Gelsenwasser haben das Kriesgsbeil ausgegraben, seit im Mittelkreis erwogen wird, die Wasserversorgung ganz den GSW zu übertragen. Gelsenwasser schießt aus allen Rohren. Noch im ersten Quartal startet der Wasserversorger eine Gasoffensive in Kamen mit echten Kampfpreisen. Beigelegt wird das Kriegsbeil bis zum Jahresende nicht. Beim Kaufpreis für das Wassernetz zeichnet sich ein Rechtsstreit ab.

Ein Rentnerduo will in die Politik: Peter Finke und Nikolas Müller gründen in Kamen den Landesverband der Rentnerpartei und schneiden bei folgenden Wahlen gut ab. Zum Jahresende stehen sie auch als Spitzenkandidaten der Rentnerpartei für die Landtagswahl im Mai 2010 fest.

Die deutsch-türkische Begeg ungsstätte feiert. Sie wurde im Februar 25 Jahre alt. Am 3. März feiert die Nachwuchskonzertreihe Jugend konzertiert ihren 10. Geburtstag. Neue Wege geht die Stadt in ihren Jugendtreffs mit den X-tra-Kult-Cafes. Neues Design und neue Atmosphäre kommen beim Kamener Nachwuchs an.

Bangen um Kaufhaus

setzt sich fort

Das erste Quartal geht mit glimpflichem Schrecken bei Ikea zuende, wo sich Brandstiftungen häufen, die aber keinen großen Schaden anrichten. Eine andere Nahricht zeigt, wie ernst die Krise schon geworden ist. In den Behindertenwerkstätten wird die Arbeit knapp, berichten wir Ende März. Und der Ausblick auf die folgenden Quartale? Am 30. März zeigen sich Gewerkschafter und Sozialdemokraten, aber auch die KAB solidarisch mit den Hertiebeschäftigten und fordern den Erhalt des Kaufhauses. Wirklich optimistisch sind weder sie, noch die Mitarbeiterinnen.

Klaus-Peter Wolter

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2315696/create

Aktuelle Fotos und Videos
Parks in unserer Stadt
Bildgalerie
Fotostrecke
Nacht der offenen Kirche
Bildgalerie
Fotostrecke
KITE
Bildgalerie
Fotostrecke
Bombenentschärfung
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Suizid-Fall in der JVA Iserlohn wird neu aufgerollt
Schuldfrage
Die Ermittlungen um den Suizid eines 19-jährigen Heereners in der U-Haft der Justiz-Vollzugsanstalt Iserlohn im April 2012 werden neu aufgenommen. Der Oberstaatsanwalt erklärte, dass der Vater des 19-Jährigen den Verdacht habe, „dass die Situation seines Sohnes nicht richtig eingeschätzt wurde“.
Kunstrasen als Lockmittel
Sportplatzumbau
Der Rat hat mit seinem Beschluss zur Haushaltssicherung ein neues Konzept für die Sportanlagen der Stadt auf den Weg gebracht. Die Schulsportanlagen an der Gutenbergstraße sollen zu einer modernen Anlage auch für Vereine ausgebaut, Anlagen im Hemsack und an der Lüner Höhe aufgegeben werden.