Frauen ohne Land – aber mit Spaß
02.12.2010 | 17:12 Uhr 2010-12-02T17:12:00+0100
Methler.Ackerland ist nicht gleich die Eintrittskarte für eine Mitgliedschaft bei den Landfrauen vor Ort, aber einst war dies tatsächlich entscheidend für eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dieser Vereinigung.
Land spielt bei den Landfrauen heute nur noch eine untergeordnete Rolle: Eine fröhliche Runde junger und älterer Damen trifft sich regelmäßig am ersten Montag im Monat im Vereinslokal Dorfkrug. Für die Landfrauen, ein Pendant zum landwirtschaftlichen Ortsverein der Männer, stehen heute Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten an erster Stelle. „Wir machen mit, weil wir so überall dort hinkommen, wo wir sonst nicht hinfahren würden,“ heißt es unisono.
Als sichtbares Erkennungszeichen tragen die Landfrauen die Biene als schmucke Anstecknadel auf der Brust. Und das vereinseigene Bienenlied kündet zur Melodie des Schneewalzers auch gleich, warum: „... sind wir Frauen emsig gar, wie das Bienenvolk schon war....“
Ulrike Locke ist seit über 20 Jahren Vorsitzende der Methleraner Landfrauen, ebenso lang steht ihr als Stellvertreterin Ilse Elsermann zur Seite. Langjährige Verbundenheit zum Verein wird unter anderem mit der goldenen Biene belohnt: Ilse Schulze-Vels hält den heimischen Landfrauen seit 40 Jahren die Treue und ist stolze Trägerin der goldenen Biene.
Gemeinsame Ausflüge zu Modenschauen, Betriebsbesichtigungen oder Gesundheitsvorträge bestimmen übers Jahr das Programm. In ihrem ganz besonderen Element sind die Landfrauen zur traditionellen Pflaumenkirmes und während des Weihnachtsmarktes rund um die Margarethenkirche: Ein Kuchen pro Landfrau ist Pflicht – und viele Besucher kommen extra wegen der selbst gebackenen Torten ins Dorf.
Der Westfälisch-Lippische Landfrauenverband als übergeordnete Institution will „ die Lebensqualität der Familien im ländlichen Raum erhalten und verbessern, die Kontakte zwischen Stadt und Land ausbauen“. Dazu gehört auch viel Imagearbeit, die geprägt ist von Hoftagen und Aktionsständen und von den jeweiligen Landfrauen vor Ort mitgetragen wird. Nicht umsonst steht ja „die fleißige Biene“ für das Wirken der Frauen auf dem Land. Doch ein bisschen klönen hier, ein bisschen klatschen dort, das gehört einfach dazu.
Und Gedichte: Ohne einen Mehrzeiler, den Ulrike Locke jeweils zu Beginn vorträgt, geht gar nichts. „Das ist Tradition, tut sie es nicht, streiken wir“, schmunzelt Schriftführerin Silvia Klause. 30 Frauen gehören zur Zeit der Methleraner Gruppe an, ältestes Mitglied ist die 89-jährige Friedchen Kaiser.
Dazu gibt es in Methler noch die Landfrauen in Westick und in Wasserkurl. Weihnachten wird gemeinsam gefeiert, immer reihum, in diesem Jahr treffen sich alle Landfrauen in Westick.
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