Farben zum Klingen bringen
10.12.2009 | 17:28 Uhr 2009-12-10T17:28:00+0100
Kamen. Kann man eine Farbe zum Klingen bringen oder einen Ton malen? Diese Fragen versuchen Künstler aus Kamen in ihrem Projekt „Kunst und Musik“ zu beantworten.
Der Name der Ausstellung, die nach der Eröffnungsfeier am Mittwoch noch bis zum 18. Dezember in der Stadthalle zu sehen ist, bringt ihr Programm auf den Punkt: Den Besucher erwarten abstrakte Kunstwerke, vom Gemälde bis zur Skulptur, die von der Musik der Komponisten Arnold Schönberg und Claude Debussy inspiriert wurden.
Musikalisch wird das Betrachten der Werke von Lars Kriegel begleitet, der die Melodien auf dem Klavier vorspielt. Doch was ist die Idee hinter dem Projekt? Reimund Kasper formuliert es so: „Bild und Ton verlangen eigentlich jeder für sich nach einem eigenen Raum, doch sie streben beide nach Harmonien und werden so manchmal für einen kurzen Moment zum Begleiter des anderen.“ Und obwohl der Ansatz der Künstler sehr theoretisch anmutet, kann auch der Laie beim Bertachten der Kunstwerke den musikalischen Einfluss erkennen – allerdings muss man schon genau hinsehen. Dann fällt dem Betrachter auf, dass die Handplastiken von Peter Tournee die typischen Bewegungen des Klavierspielens zeigen, man erkennt in Reimund Kaspers Gemälde die Notenlinien, und auch die zwölf Skulpturen von Thomas Hugo ergeben einen Sinn – Arnold Schönberg war der Erfinder der Zwölf-Ton-Musik. „Dass das Projekt einmal so viel Volumen bekommt, war am Anfang nicht absehbar“, erzählt Reimund Kasper in der Eröffnungsrede. Seit 2008 arbeiten die 17 Künstler zusammen und feierten im letzten Jahr mit der ersten Ausstellung im Rahmen von „Kunst und Musik“ Premiere. Aufgrund der positiven Resonanz folgte in diesem Jahr die zweite Ausstellung. „Wir haben uns das ganze Jahr lang regelmäßig zu Seminaren getroffen“, erklärt Kasper. Seine Bilder entstanden in Zusammenarbeit mit einem Kammerorchester, das die Melodien von Schönberg und Debussy probte, während der Künstler dazu malte. Daran wird deutlich: Die Musik stand immer im Fokus des Projekts und war eng mit dem Schaffensprozess verknüpft. „Unsere Idee war, Musik und Bildende Kunst zu kombinieren, ohne dass eines von beiden dabei seine Eigenständigkeit verliert“, so Kasper. Das ist auch die Zielsetzung für 2010, denn die Planung für eine Austellung im nächsten Jahr ist schon angelaufen. Verstärkung erhält die Gruppe dann von drei Künstlern aus Münster. Die Musik ist zwar noch nicht ausgewählt, aber Kasper ist sich schon jetzt sicher: „Man wird noch viel von uns hören!“
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