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Neuer Kreisel fertig

Es geht so richtig rund in der Stadt

03.09.2010 | 18:42 Uhr
Es geht so richtig rund in der Stadt
Neuer Kreisel mit Abbiegespur an der Westicker Straße / Lindenallee. Foto: Dietmar Wäsche

Kamen.Er ist ganz neu und hat doch schon „Bypässe“: Der Kreisel am Zusammenfluss von Lindenallee und Westicker Straße weist Besonderheiten auf, die seiner ebenso besonderen Geschichte geschuldet sind.

Eigentlich, räumt Beigeordneter Reiner Brüggemann ein, stand dieser Kreisel keineswegs oben auf den Prioritätenlisten von Stadt, Kreis und Land. Familie Möllmann aber, deren Sohn dort einen schweren Unfall erlitt, ließ nicht locker und auch unsere Zeitung nicht. Stadt und Kreis setzten sich ihrerseits ein und fanden einen ungewöhnlichen Kompromiss. Das Land bewilligte zwar nur Mittel für eine Ampelkreuzung, der Kreis aber übernahm den Rest und die Stadt plante und organisierte mit.

Eine Mischung aus Ampelkreuzung ohne Ampel und Kreisel ist es geworden. Alte Rechtsabbiegespuren der Lindenallee blieben. Sie führen als Bypässe am Kreisel vorbei, bieten Lkw bessere Abbiegeradien. Die werden per Stoppschild dennoch eingebremst, erläutert Stefan Weber, zuständiger Bautechniker beim Kreis. Die Lösung funktioniere nach Einschätzung aller Experten, ist auch der Kamener Beigeordnete Reiner Brüggemann überzeugt. Nur der Gesamtkompromiss habe es überhaupt möglich gemacht, den Kreisel zu verwirklichen.

Weber wie Brüggemann sind mit Familie Möllmann überzeugt, dass Kreisel in vielen Fällen die sicherere Lösung seien. Nur bei besonders hohen Verkehrslasten, stoßen auch die an Grenzen, so Weber. Auf einen weiteren Vorteil verweist Reiner Brüggemann: Kreisel mit gebremst em aber fließenden Verkehr belasten die Umwelt deutlich weniger, als Ampelkreuzungen mit ihrem „Stop and Go“. Stadt und Kreis setzen deshalb für weitere Kreuzungen in der Stadt langfristig auf Kreisverkehrslösungen.

Für die Kreisel hat die Stadt inzwischen auch Standards entwickelt, die sie gemeinsam mit den anderen Straßenträgern bei weiteren Projekten vorgeben will. Dazu gehören Regelungen für Rad- und Fußgängerverkehr. Aber auch für die Innenräume hat die Stadt ein Konzept entwickelt.

Linden statt Einhorn
oder Bergbauschild

Dieses Konzept sieht vor, die Innenräume von Kreiseln innerhalb bebauter Ortschaft besonders zu gestalten, in Freiräumen preiswertere Grünlösungen zu realisieren. So tragen innerstädtische Kreisel Kunstwerke oder das Einhorn als Heeren-Werver Wappentier, einen Wasserwerke-Schieber oder einen Bergbau-Schild. Für den neuen Kreisel gibt es wieder einen Kompromiss. Auf Wunsch der Anwohner sollen Linden gepflanzt werden als Teil der Lindenallee, umgeben von Steinen und Bodendeckern. Die Stadt übernimmt die Grünpflege, auch als Dank an den Kreis, der so ambitioniert kommunale Wünsche aufgegriffen hat.

Klaus-Peter Wolter

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