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Erste Hilfe für das Rote Kreuz

21.10.2010 | 16:32 Uhr
Erste Hilfe für das Rote Kreuz
Volker Rump, DRK Kamen Mitte.

Kamen.Sanitäter und Ärzte des Deutschen Roten Kreuzes sind oft Helfer in der Not, wenn es um die Rettung und Erstversorgung Kranker geht. Dass ein DRK-Ortsverein selbst Hilfe braucht, kommt seltener vor.

Beim Ortsverein Kamen-Mitte musste das Amtsgericht Hamm nach einer Rücktrittswelle führender Vorstandsmitglieder einen Notvorstand einsetzen. Nach dem 1. Vorsitzenden Helmut Böckmann und dem 2. Vorsitzenden Jens Venemann hatte zuletzt auch Schatzmeister Friedhelm Grüneberg das Handtuch geworfen. Damit hatte der Ortsverein seinen kompletten geschäftsführenden Vorstand verloren.

Als Notvorstand übernahmen dann Volker Rump, Rot-Kreuz-Arzt im Ortsverein, und der langjährige Helfer Mario Lievore die Führung. Beide haben sich in den vergangenen Wochen intensiv darum bemüht, Wogen zu glätten und dem Ortsverein eine neue Führungsperspektive zu geben. Rump wird bei der Mitgliederversammlung (Freitag, 5. November, 19.30 Uhr im Schulungsraum der Feuerwehr Kamen) als neuer 1. Vorsitzender, Lievore als 2. Vorsitzender und Dr. Jörg Frey als Schatzmeister kandidieren.

In allen drei Fällen handelt es sich offiziell um Ersatzwahlen. „Im Falle unserer Wahl führen wir dann also die satzungsmäßig vorgesehene Amtsperiode unserer Vorgänger zu Ende“, sagte Rump im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm sei ausdrücklich daran gelegen, konstruktiv nach vorne zu schauen.

Hintergründe, die zum Rücktritt des alten geschäftsführenden Vorstandes geführt hätten, wolle er nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, zumal diese im zwischenmenschlichen Bereich angesiedelt seien. Er selbst habe sich davon überzeugt, dass die Finanzlage des Ortsvereins „stabil“ ist.

Ausdrücklich positiv steht Rump den bekannten Fusionsplänen der drei DRK-Ortsgruppen Kamen-Mitte, Heeren und Methler gegenüber. Allerdings rechnet er damit noch nicht im kommenden Jahr. „Realistisch scheint mir ein Termin 2012 zu sein, denn bis dahin wird noch viel Detailarbeit zu leisten sein.“

Zwar habe ein Notar inzwischen den Entwurf für eine gemeinsame Satzung ausgearbeitet, doch das eine oder andere Problem muss auch noch gelöst werden.

Vor geplanter Fusion sind noch viele
Probleme zu lösen

So gibt es nach Darstellung von Rump in den drei Ortsvereinen noch unterschiedliche Auffassungen über Organisationsstrukturen. Außerdem spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Da zwei Ortsvereine, so der aktuelle Plan, faktisch vom dritten aufgenommen werden sollen, seien Eigentumsfragen zu klären. So besitzen die Ortsvereine Kamen und Heeren jeweils eigene DRK-Heime, während sich die Ortsgruppe Methler im Bürgerhaus trifft. „Sollte ein Ortsverein mit eigenem Eigentum einen anderen aufnehmen, der ebenfalls Eigentum einbringt, würde Grunderwerbssteuer anfallen“, erklärt Rump. Dies will man nach Möglichkeit vermeiden.

Aus Sicht des Ortsvereins Kamen-Mitte würde man seine eigene „ziemlich sanierungsbedürftige“ Immobilie am liebsten veräußern, wobei die Stadt Kamen hierfür ein Vorkaufsrecht besitzt. Wäre dann zum Beispiel der Ortsverein Heeren, der aufnehmende Verein, wäre keine Grunderwerbssteuer fällig. Das alles sei aber noch Zukunftsmusik, sagte Rump, der selbst von vornherein deutlich machte, dass er keinerlei Ambitionen habe, nach einer Fusion an exponierter Stelle im Gesamtvorstand tätig zu sein. Rump: „Für den 1. Vorsitz eines gemeinsamen DRK Kamen gibt es nach meiner Kenntnis immer noch keinen Kandidaten.“ Auch dieses Problem muss also noch gelöst werden.

Uli Thormählen

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