Elf junge Bands und viele „geile“ Songs
12.02.2012 | 15:16 Uhr 2012-02-12T15:16:00+0100
Kamen. Sie hatten nur 25 Minuten Zeit im Scheinwerferlicht des Jugendfreizeitzentrums „Lüner Höhe“ zu glänzen. Mit dem Wissen unter dem Publikum auch sechs professionelle Jurymitglieder überzeugen zu müssen, legten sich „The Gadgets“ richtig ins Zeug. Doch beim letzten Song riss Gitarrist Patrick eine Saite.
Sie hatten nur 25 Minuten Zeit im Scheinwerferlicht des Jugendfreizeitzentrums „Lüner Höhe“ zu glänzen. Mit dem Wissen unter dem Publikum auch sechs professionelle Jurymitglieder überzeugen zu müssen, legten sich „The Gadgets“ richtig ins Zeug. Doch beim letzten Song riss Gitarrist Patrick eine Saite.
Es war ein kurzer Schockmoment, als Patrick merkte, dass sein Instrument nicht mehr so wollte wie er. „Dabei war das in dem Song die wichtigste Saite“, erklärt er. Doch der Bochumer Amateurmusiker zeigte Professionalität und spielte weiter. Immerhin hatten er und seine BandkollegenInnen als nur eine von elf Bands die Chance überhaupt am diesjährigen Bandcontest „Best of Kamen“ teilzunehmen. Schon in einem Vorauswahlverfahren boxten sich „The Gadgets“ gegen circa 40 andere Musikgruppen durch. Jetzt war das Ziel zu gewinnen zum Greifen nah.
Eine gerissene Seite
Das Publikum merkte nichts von der gerissenen Saite, die Juri schon. Nach der öffentlichen Kurzkritik, die jede Band direkt nach ihrem Auftritt von einem Jurymitglied bekam, traf man sich in einem Nebenraum des Freizeitzentrums zur Einzelkritik. Dort wurde Patrick auf die unüblichen Sounds seiner Gitarre angesprochen. Doch das sollte nicht alles sein, das der Juri auffiel. Gelobt wurden vor allem die „geilen Ideen“, wie Jochen Kühling vom Berliner Label „Run United“ es formulierte. Auf seine Bewertung legten die Bands besonderen Wert. Denn der Kenner der Musikbranche ist erfolgsorientiert. Unter anderem gewann er 2003 als Manager von Sertab Erener den Eurovision Song Contest. Auch die anderen Juroren kamen aus dem Musikgeschäft und hatten ein aufmerksames Gehör, dem fast nichts entging.
Insgesamt kamen „The Gadgets“ beim Einzelgespräch gut weg. „Aber auch negative Kritik ist hilfreich“, gibt Schlagzeuger Daniel Wiertz zu. Diese Einstellung fand Jochen Kühling besonders löblich. „Junge Musiker in Berlin sind viel weniger kritikfähig“, bemerkt er im direkten Vergleich. Das noch unverbrauchte Potenzial der jungen Bands aus NRW beeindruckte den Musikmanager nachhaltig. Er war froh Teil das Bandcontests sein zu dürfen. Darüber freute sich auch Frank Hilgenfeld von der Kamener Musikerinitiative „Laut und Lästig“. Denn es ist bereits das sechste Mal, dass er „Best of Kamen“ veranstaltet, um jungen Amateurmusikern eine Chance zu geben. Dabei spielt das Genre keine Rolle. Von Metal bis Hip Hop in deutsch oder englisch war an den beiden Contest-Tagen des Wochenendes alles dabei. So dass ein breites Publikum auf seine Kosten kam. „Ich höre lieber Rockmusik, aber auch die HipHopper haben mich dieses Wochenende überzeugt“, gibt Christoph Brandhorst zu.
Als letzter Act vor der Siegerehrung spielte die Kamener Band „Niemand“ außer Konkurrenz. Mit poppigen Sounds und deutschen Texten versuchten sie die angespannten Anwärter auf den Titel „Best of Kamen“ abzulenken.
Dann schließlich war es soweit. „Das Künstlerniveau war in diesem Jahr mal wieder besonders hoch“, lobte Frank Hilgenfeld vorab. Den dritten Preis nahm die Band „I don’t like“ unter lautem Applaus entgegen. „The Gadgets“ schafften es trotz gerissener Saite auf einen guten zweiten Platz. Der erste Platz ging in diesem Jahr an die „Schmetterlingsjäger“ aus Hamm.
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