DNS-Test vor laufender Kamera
24.03.2010 | 22:00 Uhr 2010-03-24T22:00:00+0100Methler. Neue Hürden stehen der Reise von Jennifer (8) aus dem Katastrophengebiet auf Haiti zu ihrer Mutter in Kamen entgegen. Weil Papiere fehlen, muss ein DNS-Test beweisen, dass es sich tatsächlich um die Tochter von Stephanie Köhler handelt.
Die Speichelentnahme wird von Vertretern des Konsulats begleitet und mittels einer Web-Cam direkt nach Deutschland übertragen.
„Zwei Wochen lang gab es in dem Gebiet keinen Strom, deshalb war der Kontakt unterbrochen", erzählt Olaf Hoppe, Betreiber des Turmrestaurants und Chef der 22-Jährigen. Anfang des Jahres hatte er einen „Tag für Haiti" organisiert und damit Spenden für die Region aufgetrieben.
Sobald der DNS-Test ausgewertet ist, will die Mutter Jennifer abholen - und damit ihre Tante in Haiti überraschen. Denn zuletzt hatte es Zweifel gegeben, wie viel Interesse die an einem Übersiedeln des Mädchens hat. „Wir sind uns da nicht mehr ganz sicher", erklärt Hopp unumwunden. Da sei auch ein Grund für den DNS-Test. Denn die Tante hat eine Tochter in einem ähnlichen Alter. Zudem hoffe sie auch auf eine Zukunft in Deutschland. „Momentan werden aber keine Visa für Personen aus Haiti ausgestellt, weil sie dort keinen Wohnsitz mehr haben", führt Hoppe aus.
Den Großteil der Kosten für den teuren Flug werde RTL übernehmen, erklärt Hoppe. Der TV-Sender wolle mit Stephanie Köhler in die Dominikanische Republik reisen und mit ihr gemeinsam die achtjährige Tochter nach Deutschland bringen. Im Rahmen welcher Sendung dies geschehen soll, stehe noch nicht fest. Anders wäre dies auch nicht zu finanzieren gewesen, betont Hoppe. Der Sender begleitet das Bemühen seit Monaten.
Aber auch für die Zeit danach hofft er auf Unterstützung. „Dann würden Spenden sehr helfen." Einige Spenden seien schon in den letzten Woche eingegangen, zum Teil in Form von Kleidung. „Da haben wir allerdings noch das Problem, dass wir die Größe von Jennifer nicht kennen", erklärt der Gastwirt schmunzelnd. 515 Euro, also einen Teil der Summe, die am „Tag für Haiti" zusammenkam, soll ebenfalls den Start für Jennifer in Deutschland erleichtern.
Seit dem schweren Erdbeben Mitte Januar fehlt ihnen wie so vielen anderen Menschen in Haiti ein festes Dach über dem Kopf. Das kleine Mädchen leidet Hunger und Durst, zieht mit seinen Verwandten ziellos durch die zerstörten Straßen. Dabei quälen sie die unverarbeiteten schrecklichen Erlebnisse, die Bilder von Zerstörung, Toten und Verletzten. Täglich telefoniert Jennifer mit ihrer Mutter in Deutschland - unterbrochen durch die zwei Wochen Funkstille. Bald sollen sie sich wieder in die Arme schließen können. Die Nachricht des Konsulats für den ersten Schritt erwarten Stephanie Köhler und ihre Helfer stündlich.
09:02
Alles sehr seltsam!!!
Ich glaube nicht das man solch undurchsichtigen Fällen hier eine Plattform schaffen sollte.
06:01
aha, der Sender begleitet das Mädchen seit Monaten?
Ist RTL nicht erst nach den Zeitungsberichten über die Sammlung (Tag für Haiti) auf Euch zugekommen?