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Derivate und Swaps bringen Stadt Gewinn

13.03.2008 | 21:36 Uhr

Kamen. Sie wurden erst euphorisch bejubelt, dann verdammt. Zinsspekulationen in Form sogenannter Derivate oder Swaps haben tiefe Löcher in öffentlichen Kassen gerissen. Kamen blieb mit einem behutsamen Kurs auf der Gewinnerseite.

Zeitweilig habe sich mancher feiern lassen als moderner Retter öffentlicher Kassen, inzwischen stünden einige Finanzverantwortliche nach Millionenverlusten am Pranger, erinnert Kämmerer Jochen Baudrexl. Auch er sei formal per Ratsantrag gedrängt worden auf ein Schuldenmanagement mit externen Hilfen zu setzen.

Ein solches Management aber habe es in Kamen stets gegeben. Auch externen Rat habe man genutzt in Form von Kundenberatungen durch Finanzpartner, aber ohne dafür zu zahlen. Kreditvereinbarungen seien stets auch Schuldenmanagement, weil schon die Vereinbarung von Zinsbindungsfristen nichts anderes bedeute als Spekulation auf vemutete Zinsentwicklungen. Hier sei die Stadt auch heute gut aufgestellt mit zeitlich gestaffelten Teilkrediten - um zu verhindern, dass Verträge in großem Umfang in Hochzinszeiten auslaufen und teuer verlängert werden müssen.

Vor Jahren schon habe die Stadt beim Eigenbetrieb Stadtentwässerung Instrumente wie Derivate oder Swaps genutzt, berichtet der Kämmerer. Dabei werden ergänzende Verträge zu Krediten abgeschlossen, die auf Zins- oder Währungsentwicklungen spekulieren. Seit 2006 seien erneut solche Instrumente genutzt worden für Kredite des Eigenbetriebes Stadtentwässerung und direkte städtische Kredite - mit positivem Ergebnis.

Allerdings sei man auch hier behutsam vorgegangen. Allein der Eigenbetrieb Stadtentwässerung schulterte Ende 2006 Kredite von 27 Millionen Euro. Entsprechende Finanzinstrumente habe man aber nur für 4,5 Millionen Euro angewendet, wiederum aufgeteilt in verschiedene Vertragsformen und Laufzeiten. Aktuell sei der Eigenbetrieb auf der Gewinnerseite mit einem Betrag von 105000 Euro. Ähnlich sei die Entwicklung bei der Stadt selbst.

Es gebe keine Gewinne ohne Risiko, macht Jochen Baudrexl zugleich deutlich. Insofern seien weitere Gewinne, aber auch ein Rückschlag denkbar. "Horrorperspektiven", wie sie jetzt mancher Orts diskutiert würden, gebe es für Kamen nicht. Man dürfe nach solchen Gewinnen nur nicht zu gierig werden und Risiken in die Höhe schrauben.

Von Klaus-Peter Wolter

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