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Kneipensterben

„Casa Luis“ geht in Rente

06.02.2012 | 19:06 Uhr
„Casa Luis“ geht in Rente
Gaststätte Meininghaus in Heeren-Werve

Kamen.   Das Kneipen-Karussell in Kamen dreht sich weiter: Im Dorfkrug in Methler kündigt Horst Betticher für den Sommer seinen Abschied aus der Szene an, aus der Gaststätte Meininghaus Casa Luis in Heeren werden sich Marion und Luis Candela zum Jahresende zurück ziehen.

Das Kneipen-Karussell in Kamen dreht sich weiter: Im Dorfkrug in Methler kündigt Horst Betticher für den Sommer seinen Abschied aus der Szene an, aus der Gaststätte Meininghaus Casa Luis in Heeren werden sich Marion und Luis Candela zum Jahresende zurück ziehen.

Damit soll jedoch an keinem von beiden Standorten der Zapfhahn auf ewig hochgedreht werden – im Gegenteil, die Suche nach interessierten Nachfolgern läuft. Denn sowohl der Dorfkrug als auch die Gaststätte Meininghaus sind Treffpunkt für viele Clubs. Gruppen und Vereine. Mit der Feuerwehr, dem SGV, RV Wanderlust, den Schützen und dem „Club Berliner Tor“ sind im Dorfkrug eine ganze Reihe von ihnen seit Jahren zu Hause. Und sie wissen längst Bescheid. Denn Horst Betticher, der die Gaststätte seit 1989 betreibt, will im Sommer sein persönliches Kapitel als Wirt des Dorfkrugs abschließen. „Ich will verkaufen“, sagt er. Und hofft auf Interessenten, die die Kneipe mitten im alten Dorf übernehmen wollen. Marion und Luis Candela in Heeren kündigen bereits jetzt an, dass sie ihre Gaststätte zum Jahresende, ganz genau am 30. November, schließen werden. „Mein Mann ist 65 Jahre, ich bin 62 Jahre alt und so langsam geht uns die Puste aus“, lacht Marion Candela. Immerhin habe ihr Mann, der gebürtige Andalusier, schon mit zehn Jahren bei seinen Eltern in der Gastronomie mitgeholfen. „Er wollte Spanien nach Deutschland holen, aber jetzt mag er nicht mehr.“ Ihr Arbeitstag sei lang, zu lang, und deshalb will sich das Ehepaar jetzt zurückziehen und zum Jahresende in Rente gehen.

Natürlich hoffen sie beide, dass die Gespräche, die in der nächsten Zeit mit der Inhaberin der Immobilie und der Brauerei geführt werden, auf fruchtbaren Boden fallen und jemand gefunden wird, der die Traditionsgaststätte auch in ähnlicher Form weiterführt. Schwer fallen, und das weiß Marion Candela jetzt schon, wird ihnen ganz sicherlich der Abschied vom Biergarten: Gerade mit dieser grünen Oase, die mit Zitruspflanzen und Palmen ein wenig südländisches Flair versprühte, war ein Stück Spanien in Heeren angekommen.

Wieder zwei Gaststätten, die in absehbarer Zeit schließen werden. Für Wirtesprecher Uli Neumann fast schon selbstverständlich: „Es sind ganz viele Faktoren, die zusammenkommen, oft sind es die Pacht, die Steuern, ein völlig verändertes Ausgehverhalten. Und nicht alle wollen sechs Tage die Woche bis zu 16 Stunden arbeiten.“

Susanne Brzuska

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