Das aktuelle Wetter Kamen 17°C
Kritik an...

Bündnis gegen wächst

15.06.2010 | 15:49 Uhr

Kamen.Ein immer breiteres Bündnis verlangt vom Kreis Unna als Wasserbehörde mehr Tempo bei der Suche nach Lösungen für die giftige Abwasserfracht aus Unna-Massen. BUND und CDU-Ortsunion reihen sich ein und fordern einen schnellen Stopp der Weiterleitung und eine umgehende Sanierung der Quelle auf Unnaer Stadtgebiet.

Er habe sich intensiv von BUND-Experten beraten lassen, so Friedrich Ostendorff, BUND-Funktionär und zugleich Bundestagsabgeordneter der Grünen gegenüber unserer Zeitung. Teeröl, so hätten die ihm bestätigt, sei der problematischste Altlastencocktail, den man sich vorstellen könne. Die Weiterleitung kontaminierten Grundwassers aus Unna-Massen müsse umgehend gestoppt und das Teerölbecken der ehemaligen Zeche dort saniert werden.

Auch die CDU-Ortsunion Methler meldet sich mit einer kritischen Bewertung zu Wort. Unverständlich sei, so Heinrich Kissing, dass der Kreis offenbar seit vielen Jahren um die Problematik wisse. Kissing: „Da stellt sich die Frage, ob nicht sehr viel eher das Ausmaß der Belastungen hätte untersucht werden müssen.“

Die Argumentation, es sei womöglich kein Verursacher mehr haftbar zu machen, hält Kissing nicht für überzeugend. Unabhängig davon müsse eine Sanierung vorangetrieben werden. Womöglich käme der Altlastenverband in NRW als ein Finanzierer in Frage.

Kissing sieht die lange Wartezeit in dieser Frage „in krassem Widerspruch“ zu 500 Millionen Euro, die für die Renaturierung von Seseke und Körne investiert worden seien. Spätestens parallel zur Renaturierung der Seseke hätte man das Problem anpacken müssen, so Kissing. Die Hinnahme der Einleitung des belasteten Grundwassers aus Massen passe auch nicht zu weiteren Anstrengungen der Stadt. Die habe einen sechsstelligen Betrag investiert, um die Hinterlandentwässerung in die Kanalisation in Wasserkurl zu stoppen. Damit solle Fremdwasser reduziert werden, das Gebührenzahler Geld koste. Die Zuleitung aus Massen erhöhe in gleicher Weise die Lippeverbandsumlage.

Mit dieser Begründung hat die Stadt inzwischen Widerspruch eingelegt gegen die Festsetzung der Lippeverbandsumlage.

Klaus-Peter Wolter

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3333414/create

Aktuelle Fotos und Videos
Parks in unserer Stadt
Bildgalerie
Fotostrecke
Nacht der offenen Kirche
Bildgalerie
Fotostrecke
KITE
Bildgalerie
Fotostrecke
Bombenentschärfung
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Suizid-Fall in der JVA Iserlohn wird neu aufgerollt
Schuldfrage
Die Ermittlungen um den Suizid eines 19-jährigen Heereners in der U-Haft der Justiz-Vollzugsanstalt Iserlohn im April 2012 werden neu aufgenommen. Der Oberstaatsanwalt erklärte, dass der Vater des 19-Jährigen den Verdacht habe, „dass die Situation seines Sohnes nicht richtig eingeschätzt wurde“.
Kunstrasen als Lockmittel
Sportplatzumbau
Der Rat hat mit seinem Beschluss zur Haushaltssicherung ein neues Konzept für die Sportanlagen der Stadt auf den Weg gebracht. Die Schulsportanlagen an der Gutenbergstraße sollen zu einer modernen Anlage auch für Vereine ausgebaut, Anlagen im Hemsack und an der Lüner Höhe aufgegeben werden.