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Bücher wurden kiloweise eingekauft

15.11.2009 | 16:39 Uhr
Bücher wurden kiloweise eingekauft

Kamen. Die Waage schaffte es einfach nicht mehr. Sie streckte die Mechanik unter den 60 Kilo schweren Seiten, die ein Bücherwurm auf dem Büchermarkt des Lions Clubs zur finalen Abrechnung wuchtete.

Die Organisatoren freute es, obwohl sie spontan Reparaturfähigkeiten an den Tag legen musste: Schließlich fließen auch diese 180 Euro schwerpunktmäßig in den vereinten Kamener Kampf gegen die Kinderarmut – und die weiterführenden Schulen.

Auch das Ehepaar Galing frohlockte. Auch wenn sie in drei Taschen „nur" zehn Kilo aus der Stadthalle schleppen. „Wir sind jedes Jahr hier", erzählten sie. Diesmal haben sie sich auf Krimis, Kinderbücher und Literatur über Kunst und Computer konzentriert. „Wir lesen gern und viel", berichteten sie. Auf dem Büchermarkt lässt sich der Bedarf für ein paar Wochen wieder preisgünstig decken.

Schon weit vor der offiziellen Eröffnung standen die Schnäppchenjäger in langen Schlangen bereit. Kein Wunder, schließlich waren auch diesmal unter den elf Tonnen Literatur und gut 25.000 Büchern auf 35 Paletten echte Raritäten zu haben. Hartmut Spenner, Lions-Bruder und Experte für Antiquariate, ist noch immer von einem alten Brockhaus hellauf begeistert, der sofort einen sachkundigen Liebhaber fand. „Wir haben jetzt schon zehn unsortierte Paletten, die auf den nächsten Büchermarkt warten.”

Überhaupt machte er interessante Entwicklungen zwischen den gespendeten Bücherstapeln aus, die bei der achten Auflage des Büchermarktes erneut um 20 Prozent anwuchsen. „Diesmal hatten wir allein 25 Kisten Geschichte, Politik und Biografien – offenbar lesen die Leute wieder mehr aus diesen Fachgebieten", meinte er. Auch Kinderbücher machten mit 25 Kisten einen zweiten Schwerpunkt aus. „Auf diesem Gebiet wird offenbar viel ausgetauscht".

Ein kleines Highlight war auch die Plattensammlung, die einst im Café Gonnermann am Alten Markt mit einer zwar eigenwilligen, aber dafür noch immer denkwürdige musikalischen Unterhaltung von sich Reden machte. Schallplattenliebhaber kamen hier auf ihre Kosten – vor allem solche, die einstige Schlagergrößen verehren.

Christina Meier hält es da lieber mit Serienmorden und Herzschmerz. Dafür ist sie eigens aus Hamm gekommen, um drei Kilo Bücher und eine CD wieder mitzunehmen. „Ich lese gern und viel”, sagte sie. Ihre Freundinnen pflichteten ihr bei und schleppen eine ähnlich brisante Literaturmischung in mehreren Tragebeuteln davon.

Auf ihre Kosten kamen aber auch jene, die Literatur lieber lesen als hören. Die 4. Klassen maßen sich beim Vorlesewettbewerb. Und auch an der imposanten Kuchentheke kamen allerhand Spenden für den guten Zweck zusammen.

Katja Burgemeister

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