Bohrung dauert fast einen Monat
11.08.2009 | 18:49 Uhr 2009-08-11T18:49:00+0200
Wochen, wenn nicht Monate wird es dauern, bis die geologischen Verhältnisse unter Wasserkurl erkundet sind. Allein die angelaufene Tiefenbohrung wird noch knapp einen Monat brauchen, bevor sie die Zieltiefe von etwa 150 Metern erreicht hat.
Es ist ein wenig ruhiger geworden im Wasserkurler Dorf. Die Medienteams sind abgezogen, die Notfall-Einsatzkräfte desgleichen. Blaue „No go”-Markierungen auf der Straße sind geblieben. Sie gelten aber nicht mehr, nachdem beschädigte Häuser mit massiven Stützwerken aufgefangen wurden.
Im Garten hinter Hausnummer acht aber herrscht reges Treiben. Bohrspezialisten in Landes- und Stadtauftrag sowie Mitarbeiter eines Fachunternehmens verfolgen den Start einer neuen Bohrung. Wenige Meter neben jener Erdwärmebohrung, die das Geschehen auslöste, parkt nun ein 20 Tonnen schweres Bohrgerät.
Dessen Kraft bietet alle Reserven für die Erkundungsbohrung, die die Firma Vormann aus Nottuln im städtischen Auftrag vornimmt. „Seit 150 Jahren bohren wir”, schildert Projektleiterin Dr. Maria Schulze die Kompetenz ihrer Spezialisten. Die treiben nun neues Bohrgestänge mit respektablem Durchmesser genau an der Stelle in die Tiefe, an der dünnere Bohrkerne bereits aus 40 Metern Untergrund entnommen wurden.
Die neue Bohrung wird bis in eben diese 40 Meter Tiefe einen Außendurchmesser von 323 Millimetern schaffen. Ab da geht es mit 280 Millimetern weiter, der letzte Tiefenabschnitt wird immer noch Bohrkerne von 101 Millimetern ermöglichen. „Erst wenn diese Bohrkerne ausgewertet sind, wird es Erkenntnisse zu den geologischen Verhältnissen geben”, betont Dr. Hans-Ulrich Höfer, der als Geschäftsführer des Geotechnik–Institutes GID im Auftrag der Stadt die Bohrung überwacht. Die Kerne sollen auch Antwort geben auf die Frage, ob Klüfte im Boden die Katastrophe ermöglicht haben.
Höfer wie auch Maria Schulte betonen, dass von dieser Bohrung keinerlei neue Gefahr für Wasserkurl ausgehen könne. Über die gesamte Bohrtiefe wird eine Schutzverrohrung eingebracht, dazu noch ein Ring um den Bohrkern zementiert. So werde das Eindringen jeglichen Materials und das erneute Abrutschen von Untergrundmaterial verhindert.
Stadt hofft auf
Finanzzusage
Die Ausweitung der Bohrung in dieser Woche rief auch den landesgeologischen Dienst erneut auf den Plan. Der hält an dem Vorhaben fest, mit einer zweiten Tiefenbohrung die Erkundung noch zu ergänzen. Allerdings soll dise Bohrung an etwas anderer Position erst nach Abschluss und Analyse der laufenden Bohrung beginnen. Man werde mit dieser zweiten Bohrung wohl erst im nächsten Jahr anfangen, so Andreas Lenz vom Landesdienst.
Die Stadtverwaltung hofft, dass zumindest eine Entscheidung des Landes über finanzielle Hilfen für die betroffenen Anwohner deutlich schneller – man hofft, innerhalb von 14 Tagen – vorliegt.
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