Keine drastischen...
Auch Kultur muss sparen
15.02.2010 | 18:37 Uhr 2010-02-15T18:37:00+0100Kamen. Die Ausstellung von Michael Flamme im Haus der Stadtgeschichte ab dem 25. Februar wird auf schnödem Papier statt per künstlerisch gestalteter Eintrittskarte beworben. Die Einladung ist ein kleiner Punkt der Sparbemühungen auch im Kulturetat der Stadt.
Wirklich tiefe Einschnitte aber sehe die Potentialliste der Stadt hier nicht vor, so Fachbereichsleiter Christian Frieling. Ein Angebot aber wird es künftig nicht mehr geben: Die Künstlergasse in der Weißen Straße. Hier gehe es aber nicht oder nicht in erster Linie um Einsparziele. Reimund Kasper hatte die Künstlergasse erdacht und mehr als 20 Jahre lang mit Leben gefüllt. Kasper geht im Sommer in den Ruhestand. Auch dieser selbst halte die Idee der Künstlergasse für ausgereizt, so Frieling. Langfristig werde man mit den Künstlern in der Stadt neue Ideen entwickeln. In diesem Jahr wird es zum Familientag aber nur ein wenig Kleinkunst statt einer ganzen Kunstgasse geben.
Für Reimund Kasper selbst wird es – insoweit wird doch auch bei der Kultur deutlich gespart – keinen Nachfolger geben. Die Fortführung der Rathausgalerie soll mit dem vorhandenen Personal gestemmt werden. Dagegen wird es für die Leitung des Hauses der Stadtgeschichte eine neue personelle Lösung geben. Jürgen Kistner trete ebenfalls im Sommer in den Ruhestand, so Frieling. Dessen Aufgaben aber umfassen auch die Führung des Stadtarchivs und das sei eine gesetzlich geregelte Pflichtaufgabe. Mit Blick auf den Haushalt werde man eine interne Besetzungslösung vorziehen, ansonsten aber die Stelle auch von außen besetzen müssen, so der Fachbereichsleiter.
Die Potentialliste der Stadtverwaltung benennt weitere Sparpositionen im Kulturbereich. Die Preise für die Theaterreihen sollen steigen. Dies geschehe zum ersten Mal nach sieben Jahren und auch künftig bleibe dieses Angebot das preiswerteste kreisweit. Angehoben werden vor allem Einzelkarten, ein Abonnement helfe Kulturinteressenten, die Preissteigerung abzumildern. Bei der Musikschule würden moderate Anhebungen vorgeschlagen, so Frieling weiter. Bei der Bücherei sollen die Jahresgebühr steigen und die Mahnbeträge, letzteren aber könne man durch rechtzeitige Rückgabe von Büchern ja entgehen.
Bei den großen Festen in der Stadt sind ansonsten keine weiteren Einschnitte geplant. Die habe man vor einigen Jahren komplett auf Sponsoring umgestellt, so dass die Stadt hier nicht mit wesentlichen Kosten belastet werde. Altstadtparty, Brunnenfest, Familientag und Kamen Klassik soll es daher auch in Zukunft jährlich geben.
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