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Adler aus Styropor lebten nicht lange

17.06.2007 | 12:17 Uhr

Methler. (bu) Acht Stunden hat Dirk Poppke gebraucht, um aus Styropor zwei gut 50 cm große Bundesadler zu zaubern. Biwakkaiserin Annegret Deifuß und Biwakkönig Christian Trippe benötigten am Samstag nur zwei Minuten, um ihnen Namen zu geben. Denn "Jeanett

Schließlich ist es seit der Wiedergründung 1955 gute Tradition, dass die Methleraner Schützen in regelmäßigen Abständen beim Biwak Armbrust und Luftgewehr auf zwei Vögel anlegen. Findet das im Umkreis ungewöhnliche Spektakel sonst im schützenfestfreien Jahr statt, ist es diesmal Einstimmung auf das große Fest im August. Schließlich ist es das Fest nach dem großen Jubiläumsfest. "Das Über-175-Jahre-Schützenfest", betont der Vorsitzende Ernst Freisendorf. Auch das soll Geschichte schreiben.

Liebevoll aus Styropor herausgesägt hat Dirk Poppke "Jeanette" und "Friedrich". Zwei Mal musste er die Adler, die dem berühmten Tier im Bundestag nachempfunden sind, überlackieren. Sogar ein winziges Zepter und einen kleinen Apfel inklusive Krone hat er den "Zwillingen" an die Seite gegeben - und zwei Augen aus Murmeln. Auch den "richtigen Vogel" für das große Schützenfest hat er längst fertig. Aus dem Stamm eines Pflaumenbaums wurde er zwei Wochen lang herausgearbeitet. "Es tut einem hinterher fast leid, wenn sie völlig zerstört werden", meint Dirk Poppke. Dabei ist der hauptberufliche Feuerwehrmann schon seit zwölf Jahren Vogelbauer. "Ich habe es mir einfach von meinem Vorgänger abgeschaut", erzählt er von seinem autodidaktischen Talent. Inzwischen hat er, der schon seit 26 Jahren aktiver Schütze ist, 14 kleine und zwölf große Exemplare gebaut.

Die Vogeltaufe an der Otto-Prein-Straße war aber auch aus anderen Gründen ein feierlicher Moment. Denn zunächst gedachten die Methleraner Schützen in einer Trauerminute der verstorbenen Mitglieder Günter Stahlhut und Volker Eder. Anschließend zogen "Jeanette" und "Friedrich", benannt nach den Ehegatten von König und Kaiserin, durch das Dorf. Angeführt vom Spielmannszug "In Treue fest Heil".

Das war jedoch erst der Auftakt zu einem Spektakel, das auf dem Hof Freisendorf-Deifuß seinen eigentlichen Höhepunkt erlebte. Die Frauen nahmen die Armbrust zur Hand, die Männer legten das Luftgewehr auf "Jeanette" und "Friedrich" an, um ein neues Biwak-Königspaar zu ermitteln. Wie es gute Nachkriegstradition ist. 128 Schuss brauchten die Damen, bis Sabrina Bergmann "Jeanette" von der Stange holte und neue Biwakkönigin wurde. Andreas Riedel brauchte fast 90 Schuss mehr, um es ihr nachzutun.

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