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580 000 Euro mehr für Heimplätze und Pflege

23.12.2009 | 17:19 Uhr

Kamen. 580 000 Euro mehr als geplant muss die Stadt 2009 für Hilfen für junge Menschen und Familien aufwenden. Das Geld stellte der Rat bereit, nicht aber ohne die gesellschaftlichen Hintergründe zu beklagen.

3,6 Millionen Euro waren ohnehin 2009 für diesen Zweck vorgesehen. Die Summe reichte nicht aus. 48 Jugendliche wurden durchschnittlich über das Jahr in Heimen untergebracht, mit 42 hatte die Verwaltung gerechnet. Auch Unterbringungen in besonders qualifizierten Profipflegefamlien stiegen an. Hier entstanden erhebliche Mehrkosten. Aber auch ambulante Dienste wurden deutlich stärker in Anspruch genommen als erwartet.

Für die SPD sieht Marion Dyduch die Stadt trotz der Kostensteigerungen auf einem guten Weg. Gerade ambulante Leistungen seien Fremdunterbringungen vorzuziehen. Ina Scharrenbach sieht für die CDU in dem Nachbesserungsbeschluss eine „traurige Gewohnheit”. „Darin zeigt sich, dass sich auch Kamen nicht von allgemeinen Entwicklungen abkoppeln kann”, betont sie. Sie kritisierte die steigenden Kosten pro Kind und fragte: „Wie lange können wir uns das noch leisten?” Nach ihrer Auffassung sei mehr Konzentration auf die Arbeit in Kindergärten und Schulen sinnvoll.

Einig zeigten sich die Fraktionen bei den Einschätzungen zu den Hintergründen steigender Fallzahlen. Für die Linke sieht Klaus-Dieter Grosch dahinter eine grundlegende Änderung der Strukturen von Familien.

Beigeordneter Reiner Brüggemann verwies darauf, dass zusätzlich erhebliche Mehrkosten im Sozialbereich auf Beschlüsse der Landesregierung zurück gingen. Weitere Belastungen seien zu erwarten.

Klaus-Peter Wolter

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