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Von wegen "Kuddelmuddel"

17.12.2008 | 18:20 Uhr

BILDUNG. Gretchenfrage: Vollständige Dependance der Werner von Siemens-Realschule oder Verbundschule ?

Das Interesse an der Zukunft der weiterführenden Schullandschaft in Isselburg war riesig. (Foto: Dirk Schuster)

ISSELBURG. Das Interesse an der Informationsveranstaltung "Vollständige Dependance der Werner-von-Siemens-Realschule oder eine Verbundschule" war groß. Das PZ in der Strombergschule platzte aus allen Nähten. Bürgermeister Adolf Radstaak hatte Schulrätin Barbara Becker, Sigrid Mathia-Noreikat von der Aufsicht für Realschulen bei der Bezirksregierung, Martin Risse (Schul- und Verwaltungsrecht bei der Bezirksregierung), Hauptschulrektor Helmut Kottke und Martin Klein, Konrektor der Realschule, eingeladen, um die Besucher über beide Schularten umfassend zu informieren.

Kein einziger Vorteil

Zunächst erklärte Rissen, was eine Verbundschule ist und wie sie sich in Isselburg umsetzen lässt. Real- und Hauptschule blieben unter einer Leitung und getrenntem Lehrerkollegium unter einem Dach mit selbstständigen Sparten und Abschlüssen in der Klasse 10. Es bestände allerdings, wenn es auch gewünscht würde, die Möglichkeit, in einigen Fächern schulübergreifenden Unterricht zu erteilen.

Einige Eltern meldeten Bedenken an. Es war sogar von einer "Kuddelmuddel-Schule" die Rede. Sigrid Mathia-Noreikat versuchte die Bedenken auszuräumen, indem sie erklärte, dass sich für Eltern und Schüler praktisch nichts ändere und sowohl Haupt-, als auch Realschule ihre eigenen Abschlüsse nach der Klasse 10 erhalten würden - Realschüler ihr Realschul-Abschlusszeugnis, Hauptschüler ihr Hauptschul-Abschlusszeugnis.

Bei einer vollständigen Dependance der Werner-von-Siemens-Realschule würde die Standschule in Bocholt die Aufgaben, die Schulbücher und die Kurse vorgeben - also eine komplette Angleichung an die Standschule - und die Isselburger Realschule würde ihre Selbstständigkeit verlieren.

Schulrätin Becker sah in Isselburg die idealen Voraussetzungen für eine Verbundschule, so dass Hauptschule und Realschule beide erhalten bleiben könnten.

Der Rektor der Werner-von-Siemens-Realschule Bocholt, Wolfgang Boeck, erläuterte die Nachteile einer 100 %-igen Dependance, und er sah nicht einen Vorteil für die Isselburger Realschüler darin.

Dependance wäre nur eine scheinbare Lösung, waren sich der Rektor der Hauptschule, Helmut Kottke, und der Konrektor der Realschule, Martin Klein, einig, und der Gedanke an eine Verbundschule würde ihnen immer mehr zusagen, da eine Vermischung beider Schulformen in keiner Weise befürchtet werden müsse. Jede Schulform würde ihre Besonderheiten behalten - aber auch die Chance haben, gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen.

Den Vorwurf, dass eine Entscheidung schon getroffen wäre, wies Bürgermeister Radstaak entschieden zurück. "Wir sind erst auf dem Weg, eine Entscheidung gemeinsam mit den Eltern und der Schulleitung beider Schulen zu treffen." Geplant sei eine Sondersitzung des Ausschusses für Jugend, Schule, Sport und Soziales, und Ende Januar soll der Rat sein Votum abgeben. Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek wünsche im Interesse der Kinder eine frühe Entscheidung. Die Empfehlung des Rates würde zwar mit einbezogen, aber letztendlich würde der Regierungspräsident gemeinsam mit dem Schulministerium entscheiden. Manfred Mäteling, ein Vater, brachte es auf den Punkt: "Lasst uns die Sache anpacken und schauen, was daraus wird." (B.T.)

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