Pai Natal bringt die Geschenke
24.12.2009 | 12:45 Uhr 2009-12-24T12:45:00+0100
Isselburg. Christliche Tradition und moderne Rituale. Beides gehört auch in Portugal fest zum Weihnachtsfest dazu. Weihnachten ist in dem katholischen Land das wichtigste Fest des Jahres, in dessen Mittelpunkt die Krippe um das Jesuskind steht.
Höhepunkt des Festes ist der Besuch der heiligen Messe, wenn möglich traditionell um Mitternacht des Heiligabends. So halten es auch die etwa 160 Portugiesen, die in Isselburg beheimatet sind.
Doch die traditionell christlichen Rituale werden sei dem 19. Jahrhundert mit anderen gemischt. Da gibt es den Tannenbaum, den „Arvore de Natal”, und den Weihnachtsmann „Pai Natal”. „Das gehört dazu”, berichtet der Isselburger Portugiese Abilio Rodriquez, der mit Maria Gomes, Ana Almeida und Anton Almeida über die Weihnachtsbräuche seiner Heimat erzählt, auf die er auch in Isselburg nicht verzichten möchte.
Weihnachtsmärkte wie in Portugal
Die Wohnungen werden weihnachtlich geschmückt, viele Süßigkeiten gebacken und in keiner Familie darf die Krippe fehlen. Die festlich hergerichteten Straßen der Städte und Dörfer sowie die Weihnachtsmärkte erinnern die Portugiesen an die Heimat.
An Heiligabend geht man zuerst in die Kirche bevor sich die ganze Familie zum Weihnachtsmahl an den Tisch setzt. Egal ob es das Mitternachtsmahl bei gläubigen Christen oder ein früheres Abendessen - das Weihnachtsessen besteht aus den traditionellen Gerichten wie „Bacalhau com todeo” (Stockfisch mit Allerlei) „Peru recheado” (gefüllte Pute) und vor allen Dingen aus vielem süßen Gebäck und dem „Bolo rei”, dem Königskuchen.
In diesen Königskuchen, den es früher nur am 6. Januar gab, werden eine dicke Bohne und ein kleines Geschenk, oft ein Ring, eingebacken. Wer die Bohne findet, muss den nächsten „Bolo rei” backen, wer das Geschenk findet, dem wird ein glückliches Jahr vorhergesagt.
Weihnachtslieder und Gedichte
In portugiesischen Familien werden heute Abend Weihnachtlieder gesungen oder gespielt und auch weihnachtliche Gedichte aufgesagt. Die Geschenke legen nach portugiesischer Tradition in der Nacht zum 25. Dezember entweder der Weihnachtsmann oder die Hirten, die auch schon das Christkind vor mehr als 2000 Jahren beschenkt haben, in die Schuhe unter dem Kamin oder unter den Tannenbaum.
Viele portugiesische Familien gehen auch am 1. Weihnachtsfeiertag noch einmal die Kirche. Am 2. Weihnachtsfeiertag treffen sich die Isselburger Portugiesen in ihrem Clubraum im katholischen Pfarrzentrum, um gemeinsam mit Freunden und Bekannten das Fest ausklingen zu lassen.
Die Feierlichkeiten erst mit dem 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige, wenn die Reise der Weisen aus dem Morgenland gefeiert wird. Dann gibt es natürlich wieder den „Bolo rei”, den leckeren Königskuchen.
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