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Haushalt

Miete hat 100-prozentig ihren Preis

20.11.2009 | 17:37 Uhr

Isselburg. Stadt will die Gebühren für die Nutzung der Stadt- und Bürgerhalle in Werth und Vehlingen sowie für die Turn- und Mehrzweckhalle in Anholt drastisch anheben. Zur Diskussion steht eine 1:1-Anpassung an einstige DM-Beträge.

Das Loch im Isselburger Haushalt zwingt die Stadt dazu, Steuern und Gebühren „anzupassen”, um die Einnahmeseite zu verbessern. Wenigstens kommen entsprechende Vorschläge im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch, 25. November, auf den Tisch. Im Klartext heißt das: Die Einwohner müssen tiefer ins eigene Portemonnaie greifen. Das trifft Grundstücksbesitzer und Hundehalter ebenso wie Nutzer öffentlicher Gebäude (die NRZ berichtete).

Finanzausschuss berät am 25. November

Da wäre beispielsweise die Stadthalle Werth, in der die Ausschuss-Mitglieder ab 17 Uhr über die Vorlagen der Stadtverwaltung beraten wollen. Durchschnittlich 13 000 Euro „Miese” in den Jahren 2006 bis 2008 habe die Vermietung der Lokalität für gesellschaftliche Zwecke unterm Strich ergeben. Die Bürgerhalle Vehlingen habe es in diesem Zeitraum gar auf ein Defizit von 16 000 Euro gebracht. Angesichts dieser Zahlen und nach Beratung in der Haushaltskommission schlägt die Verwaltung daher „eine Erhöhung der Entgelte um 100 Prozent beziehungsweise eine 1:1-Anpassung an die ehemaligen DM-Beträge” vor.

Mieter müssten nach dieser Entgeltordnung zum Beispiel für eine Privatveranstaltung, die die gesamte Stadthalle Werth beansprucht, 345 Euro hinblättern, plus Konferenzraum (Preis solo: 100 Euro) würde sich die Rechnung auf 445 Euro belaufen. Die Nutzung der halben Halle schlägt mit 230 Euro zu Buche. Für eine öffentliche Veranstaltung im Gebäude am Pendeweg setzt die Stadtverwaltung folgende Tarife an: 550 Euro für die gesamte Halle, 370 für die halbe, 160 Euro für den Konferenzraum. Kommerzielle Nutzer müssten mit 860 Euro beziehungsweise 575 Euro rechnen. Miete für den Konferenzraum: 250 Euro. Klare Regelungen sollen zukünftig die Kategorisierung von Veranstaltungen vereinfachen.

Für das Bürgerhaus Vehlingen steht eine Tabelle mit Gebührensätzen pro Stunde – ebenfalls gestaffelt nach den Kriterien privat, öffentlich und kommerziell – zur Diskussion. Die Beträge reichen von 45 Euro (Thekenraum) und 70 Euro (plus Saal) bis zu 175 Euro. Pauschal angesetzt hat die Verwaltung die Mieten für die Turn- und Mehrzweckhalle Anholt: privat 115 Euro, öffentlich 185 Euro, kommerziell 286 Euro. Für Auswärtige wäre auf alle Tarife ein Zuschlag von 75 Prozent fällig.

Abrechnung auf Stundenbasis

Als Alternative zur 100-prozentigen Erhöhung unterbreitet die Stadt eine Abrechnung auf Stundenbasis. Die Sätze würden sich aus den Ergebnissen der Jahre 2006 bis 2008 ergeben und „zielen auf eine nachvollziehbare, kostendeckende Abrechnung ab”. Gemäß der Gebührentabelle würde die Nutzung der gesamten Werther Halle für Privatleute 7,60 Euro pro Stunde kosten, 12,20 Euro für öffentliche und 19 Euro für kommerzielle Veranstalter; die Gebühr für den Konferenzraum ist pauschal angesetzt: 150 bis 375 Euro.

Stimmt die Politik dieser Entgeltordnung zu, würde eine Stunde im Bürgerhaus Vehlingen zwischen 1,90 und 4,60 Euro (Thekenraum und Saal) ins Stadtsäckel fließen lassen. Die Anholter Turn- und Mehrzweckhalle würde wie bei Vorschlag I pauschal abgerechnet.

Svenja Suda

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