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„Insel der Glückseligen“

14.02.2012 | 17:09 Uhr
„Insel der Glückseligen“

Isselburg.   Mit dem so genannten Komasaufen gab es in Isselburg an Karneval noch keine Probleme. Kontrollen im kommenden Jahr.

Karneval und exzessiver Alkoholkonsum gehören für manche Feierwütige unbedingt zusammen. Aus den Hochburgen des närrischen Treibens wie Köln und Düsseldorf werden jedes Jahr an den tollen Tagen Bilder von betrunken Jugendlichen gezeigt, die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. „In Isselburg leben wir da noch ein wenig auf der Insel der Glückseligen“, sagt Ordnungsamtschef Frank Schaffeld. „Bei uns hat es mit dem so genannten Komasaufen unter Jugendlichen in den vergangenen Jahren so gut wie nie Probleme gegeben. Toi, toi, toi, dass es so bleibt.“

Daher hat das Ordnungsamt auch vor dem an Altweiber beginnenden Straßenkarneval keine konkreten Maßnahmen wie etwa Kontrollen und Überprüfungen geplant. „Allerdings hat der Festwirt noch mal deutliche Auflagen bekommen“, bestätigt Schaffeld. Dass das Jugendschutzgesetz bei den Partys eingehalten werden muss, versteht sich von selbst. Konkret bedeutet dies für Gastronome aber auch Geschäftsleute, die Alkohol verkaufen: Alkoholische Getränke dürfen nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden. Und Wirte müssen darauf achten, dass sie Bier und Co. nicht an junge Besucher ausschenken.

Für branntweinhaltige Getränke, wie zum Beispiel Wodka, gilt ebenfalls eine klare Altersbegrenzung. Sie sind erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt. „Auch ein Volljähriger, der in seiner Clique alkoholhaltige Getränke an Minderjährige weitergibt, macht sich strafbar“, betont Jürgen Friedrich vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Borken. Der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention im Kreis Borken setzt in diesem Zusammenhang vor allem auf Erwachsene. Sie hätten eine Vorbildfunktion. Der Arbeitskreis kooperiert mit dem Team der kreisweiten Kampagne „Vollrausch… ohne mich!“.

Apropos Kooperation. Frank Schaffeld deutet an, dass bereits im kommenden Jahr an Karneval Kontrollen in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt angedacht sind. Man befinde sich dort zurzeit in Gesprächen. Im Zuge der Kampagne habe die Stadt in der Vergangenheit auch schon Kontakt zu den Festwirten, neben Karneval sind auch die Schützenfeste ein Thema, aufgenommen und Informationen bereit gestellt. „Das ist auch sehr positiv aufgenommen worden“, so der Isselburger Ordnungsamtschef.

Doch nicht nur Jugendliche und Alkohol ist ein Thema, dass an Karneval in den Fokus rückt. Auch Autofahrer und der so genannte Restalkohol können verheerende Folgen haben. „Den langsamen Abbau sollte jeder bedenken, der am nächsten Tag am Straßenverkehr teilnehmen will“, erklärt Meinolf Müller von der Kreispolizeibehörde Borken. „Denn auch der Restalkohol im Blut kann dafür noch zu hoch sein.“

Torsten Tenbörg

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