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Rosenmontagszug

High-Noon in Isselburg

15.02.2010 | 20:01 Uhr
High-Noon in Isselburg

Närrisches Wild West lautete das Motto beim Rosenmontagszug in Isselburg. Rund 3000 Besucher schauten zu, wie sich der jecke Lindwurm durch die Stadt schlängelte. Die Feuerwehr trug symbolisch ihr Gerätehaus zu Grabe.

Wer an den Wilden Westen denkt, hat Bilder von staubigen Straßen in glühender Mittagshitze im Kopf. Aber in der fünften Jahreszeit ist eben alles anders – und da kann der närrische Wild-West-Track auch schon mal auf vereistem Boden und bei klirrender Kälte starten.

Kurz vor elf auf dem Platz vor dem Festzelt an den Markthallen: Die zwölf Wagen des Isselburger Rosenmontagszugs, der diesmal unter dem Motto „Närrisches Wild West Isselburg” steht, haben Aufstellung genommen. Bevor's los geht, schunkeln sich die Narren warm und rücken der Kälte mit Bier und Schnaps zu Leibe.

Um 11:17 geht's los

Um 11:17 Uhr setzt sich der jecke Lindwurm dann in Gang. Der Zuschauerzuspruch am Wegesrand hält sich auf den ersten Metern noch in Grenzen. Doch je weiter der Zug seinen Weg Richtung Rathaus fortsetzt, desto voller werden auch die Straßen. Als Bürgermeister Adolf Radstaak am Rathaus den Wagen von Prinz Andre II. Kresken und Prinzessin Ina I. Schneider besteigt, haben sich schon dichte Menschenknäuel gebildet – auch wenn sich ältere Betrachter an Jahre mit mehr Zuschauerzuspruch erinnern. 3 000 Besucher sollen es nach Polizeiangaben in diesem Jahr sein.

Den ersten Bürger an Bord schlängelt sich der Zug weiter durch die Straßen. Die Kinder am Wegesrand haben alle Hände voll zu tun, Kamelle, Plastikbälle und Popcorn einzusammeln. Für die Erwachsenen gibt's derweil das ein oder andere Schnäpschen und dazu Mettwurst von den Vehlinger Wurstjägern.

Feuerwehr verteilt Kuchen

Die Feuerwehr verteilt Kuchen an das Fußvolk. Beerdigungskuchen, um genau zu sein. Denn die schwarzgewandeten Kameraden tragen symbolisch ihr Feuerwehrgerätehaus zu Grabe: „In stiller Trauer Reeser Straße” steht auf ihrem Wagen mit dem Sarg. Politische Themen werden sonst nicht aufgegriffen – der Spaß steht im Vordergrund: Ob beim „Schüttensteiner Dschungelcamp”, bei den Messdienern, die als Super Mario gehen, oder beim Hawai-Wagen des Thrones.

Nach zwei Stunden läuft der Zug auf der Festwiese ein. Aus dem Zelt schallen Kölsche Karnevalsklassiker. Und Elferratspräsident Christoph Kock kündigt schon mal eine „Fete bis zum Abwinken” an...

Matthias Wenten

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