Erinnern an Kriegsopfer
15.11.2009 | 18:16 Uhr 2009-11-15T18:16:00+0100Isselburg. Vertreter aus Vereinen und Gruppen folgten der Einladung des Bürgermeisters zu einer Gedenkstunde zum Volkstrauertag, in der auch Konflikte der heutigen Zeit zur Sprache kamen.
Der Volkstrauertag solle ein würdiger Tag des gemeinsamen Gedenkens an die Opfer beider Weltkriege und an das Leid der Hinterbliebenen sein, so Bürgermeister Adolf Radstaak in seiner Einladung an die Vereine im Isselburger Stadtgebiet zum gestrigen Tag, der auch in Emmerich und Rees begangen wurde. Trotz des schlechten Wetters waren mehr als 200 Mitglieder der hiesigen Vereine und Gruppen – und unter anderem die Feuerwehren aus Isselburg und Anholt, Heimatvereine, KAB und Kolping, Vertreter der portugiesischen Mitbürger und der Pateien – dieser Einladung gefolgt.
„Können wir die Zahlen überhaupt erfassen?”
Die Teilnehmer der Feierstunde gedachten nicht nur der Toten der beiden Weltkriege, sondern auch der Opfer von Konflikten und Bürgerkriegen unserer Tage. Dazu gehören auch deutsche Soldaten, die in Auslandeinsätzen ihre Leben verloren haben, und Menschen, die wegen ihrer Rasse oder Religionszugehörigkeit verfolgt werden.
Während Vertreter der Feuerwehr am Ehrenmal einen Kranz niederlegten, wurde wegen des strömenden Regens die Veranstaltung kurzfristig ins hiesige Feuerwehrhaus verlegt. Mitglieder des Isselburger Blasorchesters und seine Gesangsgruppe begleiteten die Gedenkfeier musikalisch. So erklang das Lied „Über den Sternen” mit einem Text von Ida von Hahn-Hahn.
„60 Millionen Tote, mehr als 13 Millionen Vertriebene. Können wir diese Zahlen überhaupt in ihrer Dimension erfassen?”, fragte Bürgermeister Radstaak, „sind diese Zahlen nicht viel zu unwirklich und abstrakt?” Krieg spiele sich nicht in einer fremden Zeit ab - Krieg sei ganz real und in der Nähe erfassbar. Er müsse in der Nähe erduldet werden mit seinen Auswirkungen wie Tod, Entbehrung, Flucht und Vertreibung.
Während Radstaaks Rede wurden einige Briefe von Menschen, die den 2. Weltkrieg hautnah erlebt hatten, vorgelesen – einfache, aber eindringliche Schilderungen. Die Briefe sollten daran erinnern, dass sich Kriege nie in der Unwirklichkeit abspielten, sondern den Menschen ganz nahe in aller Grausamkeit erfasse. Mit dem „Kameradenlied” beendete das Blasorchester die ergreifende und zum Nachdenken anregende Gedenkfeier.
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