Eine Familie mit Karneval im Blut
27.01.2012 | 17:06 Uhr 2012-01-27T17:06:00+0100
Heelden. Jupp und Traudel Feldhaus samt Nachwuchs sind – in der dritten Generation – seit Jahrzehnten in der närrischen Zeit aktiv
Wenn man über Menschen spricht, die sich in Isselburg für den Karneval stark gemacht haben und bereits seit Jahrzehnten zum Kolpingkarneval gehören – dann darf man die Familie Feldhaus aus Heelden nicht vergessen. Das Ehepaar Jupp (70) und Traudel (61), deren Sohn Nicki (39) mit seiner Frau Maren (33) – die sich ohne den Kolpingkarneval vielleicht gar nicht kennen gelernt hätten – und auch Enkelkind Felice (6) sind aus dem Karneval eigentlich nicht mehr wegzudenken.
Bereits zum dritten Mal tritt zum Beispiel die kleine Felice in der Minigarde auf. Auch Schwesterchen Zoe (3) probiert schon fleißig im alten Kostüm ihrer Mutter ein fröhliches „Helau“ als Begrüßungsruf. „Das lässt sich überhaupt nicht vermeiden“, schmunzelt ihre Großmutter Traudel, „sie hat halt wie alle aus der Familie Karneval im Blut‘‘.
Immer gegenseitig unterstützt
Erstmals närrisch wurde es bei Familie Feldhaus 1968: Damals verstärkte Jupp Feldhaus zum ersten Mal als Senator den Elferrat der Isselburger Kolpingsfamilie. In der Session 1971/72 folgte ein Höhepunkt: Jupp wurde Prinz in Isselburg. Zu dieser Zeit war der Isselburger Karneval noch fest in Männerhand und eine Prinzessin gab es nicht. Gemeinsam mit Hans Nehring stand Jupp Feldhaus viele Jahre in der Bütt und war auch Mitbegründer des heute noch „berühmten“ Männerballetts. 1990 hat sich Jupp Feldhaus aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen – unterstützte aber weiterhin seine Frau. Eben so wie sie es tat, als er Prinz war. Mehr durfte sie damals nicht tun. Traudel Feldhaus fuhr ihren Mann zu den Proben und war für die Kostüme zuständig. Während einer dieser Proben, die unendlich lange dauerte, war Traudel Feldhaus so keck zu sagen, dass bei ihr so etwas schneller gehen würde. „Dann mach du doch im nächsten Jahr eine Büttenrede“, schlug der damalige Präsident Adolf Kock vor. Traudel Feldhaus zögerte nicht lang, stimmte zu – und hatte ihre Zusage bald wieder vergessen. Kurz vor Sessionsstart fragte Adolf Kock nach, wie weit sie mit ihrer Büttenrede sei – und da fiel ihr die Zusage wieder ein ...
Anhand einer Radiosendung zimmerte sie ihre erste Büttenrede „Ein Isselburger Fußballfan“ und gehörte von 1992 bis 2010 zu den festen Größen im Isselburger Karneval.
Die erste Frau in der Bütt
Die erste Frau in der Bütt hat die Narren viele Jahre lang begeistert. Die „örtlichen“ Vorträge sind legendär. An ihre Auftritte als Waschfrau, Steffi Graf, Türmchen, Scheich, Tanzmariechen oder Häuptling können sich auch heute noch viele Isselburger erinnern. Und 1999 war Traudel Feldhaus dann auch an der Seite von Hans Wehren die 1. Prinzessin des Kolpingkarnevals.
Als 18-jähriger hat dann auch Sohn Nicki den Karneval für sich entdeckt. Gemeinsam mit seiner Mutter stand er oft in der Bütt, als Senator verstärkt er den Elferrat und genau 25 Jahre nach seinem Vater war Nicki Feldhaus in der Session 1995/96 Karnevalsprinz. Seit 2010/2011 ist er gemeinsam mit Christoph Kock Präsident des Elferrates und moderiert mit einer Menge Humor die große Kolpingkarnevalssitzung. Und wie kann es anders sein, seine Frau Maren fand er Karneval. 2003 wurde geheiratet und mittlerweile gibt es die Familie Feldhaus in der dritten Generation im Isselburger Karneval.
Seit 1985 ist Maren Feldhaus der närrischen Zeit verfallen. Zunächst als Funkenmariechen und 1988 sogar als Kinderprinzessin. Mittlerweile erfreut sie mit den „No Romeos & Friends“ die Narren mit ihren Showtänzen. Und seit 2009 trainiert Maren Feldhaus die Minigarde, in der Töchterchen Felice mittanzt.
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