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Ausbildungspaten gesucht

Ein Wegbegleiter in die Berufswelt

14.04.2010 | 17:53 Uhr
Ein Wegbegleiter in die Berufswelt

Isselburg.Das, was aktuell über Auszubildende berichtet wird, klingt oft sehr problematisch: Viele Jugendliche haben in den Berufskollegschulen Probleme und bekommen deshalb in ihren Betrieben Nachhilfe. Es gibt aber auch Schüler, die noch vor Beginn der Ausbildung Hilfe benötigen. Um ihnen zu zeigen, wie man sich bewirbt, wie man in einem Gespräch eine gute Figur abgibt und wie man letztlich auch während der Ausbildung Erfolg hat.

Damit der Übergang ins Berufsleben nicht allzu schwer fällt, eignen sich Ausbildungspaten als Wegbegleiter. Und die sucht die Stadt Isselburg in Zusammenarbeit mit dem KAB-Bezirksverband Borken händeringend.

Jeder vierte Azubi
wirft das Handtuch

„25 Prozent der Azubis im Kreis Borken brechen vorzeitig ab“, warnt Benedikt Kemper von der KAB. Es sind oft unterschiedliche Gründe, die Heranwachsenden Probleme bereiten. Nach und vor allem auch vor Beginn der Ausbildung. „Eltern sind häufig nicht in der Lage zu helfen, wenn zehn Bewerbungen geschrieben worden sind und nur Absagen zurückkommen“, berichtet Kemper. Helmut Kottke, Leiter der Verbundschule Stromberg, fügt hinzu: „Wir haben Schüler, die kommen allein gut zurecht. Aber viele brauchen die Eins-zu-Eins-Betreuung, weil bei ihnen nach dem ersten Vorstellungsgespräch die Klappe runtergeht und sie zumachen.“

Eine Patenschaft ist deshalb keine Fünf-Minuten-Sache. Es ist viel mehr die ehrenamtliche Berufung, jungen Menschen auf den rechten Weg zu führen. Idealerweise kommen die Paten aus Isselburg, Anholt und Umgebung, sind also selbst bei den hier ansässigen Firmen tätig oder kennen zumindest die Leute, die dort arbeiten. Der Pate soll gucken, wo sind die Talente?“, erklärt Kemper, „und was ist noch zu machen?“ Paten geben keine Nachhilfe, wohl aber Hilfestellung bei Bewerbungen oder späteren Problemen im Betrieb. Unabdingbar sind daher eine Sozialkompetenz, Lebenserfahrung und Geduld.

Das Nachhaken
lohnt sich

„Die meiste Arbeit kommt auf den Paten am Anfang zu“, weiß Gisela Kraft. Die ehemalige Lehrerin fungiert heute noch als Schnittstelle zwischen KAB und Strombergschule. Sie bemängelt, dass oftmals diejenigen, die Hilfe benötigen, sich nicht melden. „Aber der Klassenlehrer sucht dann das Gespräch.“ Dass sich das Nachhaken lohnt, kann Gisela Kraft anhand zweier ehemaliger Schüler belegen: „Wenn die keine Begleitung gehabt hätten, wären sie vielleicht jetzt unter ferner liefen.“

Andreas Berten

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