Das aktuelle Wetter Isselburg 12°C
Notdienste

Dr. Benninghoff macht mobil

08.10.2010 | 17:04 Uhr
Dr. Benninghoff macht mobil

Isselburg.„Wir wollen den zentralen Notdienst nicht, der ab dem 1. Februar 2011 vom Bocholter St. Agnes Krankenhaus ausgehend für Isselburg gelten soll“, so lautet die zentrale Aussage. Daher hatte der Werther Hausarzt Dr. Hannes Benninghoff mit Bürgermeister Adolf Radstaak zu einer Pressekonferenz eingeladen, in der die Fakten und die weitere Vorgehensweise erläutert wurden.

Eine Unterschriftenliste von bisher 287 Patienten soll an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) übergeben, ein Jurist eingeschaltet und ziviler Ungehorsam geübt werden.

Bocholter Spital
statt Hausarzt-Praxis

„Ich möchte den Notdienst, so wie er sich in den letzten 25 Jahren bewährt hat, in den nächsten Jahren beibehalten“, so Benninghoff. Er verrichtet mit seinen Kollegen aus dem Stadtgebiet Isselburg sowie dem so genannten Rees-Land, bestehend aus den Ortsteilen Millingen, Haldern, Haffen und Mehr etwa 20 Notdienste pro Jahr.

Die erfolgen in seiner eigenen Praxis. Entweder kommen die Patienten zu ihm oder er fährt durchschnittlich zweimal in der Nacht zu den Notfällen ins Haus. „Das bedeutet für den ländlichen Raum eine gute Versorgungsform, denn die Patienten sehen bekannte Gesichter“, erläutert Benninghoff.

Im vergangen Jahr traf sich der Ärzteverein Bocholt, um zu der neuen Regelung Stellung zu beziehen. Gemeinsam lehnte man mit nur drei Gegenstimmen den Vorschlag ab, einen zentralen Notdienst für den Raum Isselburg, Bocholt und Rhede einzurichten.

Doch soll die zentrale Notdienstpraxis in einem „berufspolitischen Alleingang“ – so Benninghoff – der KVWL umgesetzt werden. Deren Einrichtung sowie ein Taxifahrdienst für die Ärzte kostet Geld – für den gesamten Raum sind 113 Millionen Euro im Gespräch. Diese Summe soll von den Ärzten selbst mit monatlich 110 Euro finanziert werden. Jeder Arzt müsste dann zwar nur noch fünf Notdienste im Jahr übernehmen, was sich aber letztendlich nicht mehr rechnet. Dr. Benninghoff würde vor Steuern etwa 2500 Euro einnehmen und davon 1320 Euro für den Notdienst bezahlen.

Und die Patienten? Sie müssten im Notfall ins Bocholter Krankenhaus fahren. Notwendige Hausbesuche würde dann einer der diensthabenden Ärzte machen.

„Uns ist daran gelegen, der Bevölkerung eine intakte ärztliche Infrastruktur vor Ort zu bewahren“, erläuterte Adolf Radstaak, „daher möchten wir die bisherige Regelung nicht aufgeben.“ Es ist allerdings auch klar, dass die Stadt in diesem Fall keinerlei Entscheidungsbefugnis hat.

Dr. Hannes Benninghoff ist mit 58 Jahren einer von vier Isselburger Ärzten, die über 50 Jahre alt sind. Sie sind bis zum Alter von 65 dazu verpflichtet, Notdienste zu übernehmen. „Wie dieser geregelt werden muss, falls wir in einigen Jahren keine Nachfolger für unsere Praxen finden, muss man sehen. Aber in den nächsten fünf Jahren ist eine solche Neuordnung absolut nicht notwendig“, fasst er zusammen und wird gemeinsam mit seinen Kollegen und Patienten versuchen, die alte Struktur des Notdienstes zu bewahren.

Gisela Behrendt

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3809496/create

Aktuelle Fotos und Videos
Buergerhaus Vehlingen
Bildgalerie
Feier in Vehlingen
Buergermeisterwahl
Bildgalerie
Spannender Wahlabend
Isselburger Zug
Bildgalerie
KARNEVAL
Sitzung des MGV Anholt
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Bene im Bärenhimmel
Gnadenbrot
Ehemaliges Zirkustier ist unerwartet gestorben. Eine pathologische Untersuchnung steht an. Das Ergebnis wird Anfang nächster Woche erwartet.
Foto
Schlagfertige Talente in Anholt
Freizeit
Bürgermeister Rudi Geukes hatte beim Fassanstich zur Pfingstkirmes sozusagen einen Lauf.